BI Elztalbahn: Scharfe Kritik an Hirschbolz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 23. Dezember 2016

Waldkirch

"Arrogant und ignorant".

ELZTAL (BZ). Wegen zahlreicher Einwände gegen die Elektrifizierung der Elztalbahn und den neuen Bahnhof Gutach soll sich der Ausbau deutlich verzögern. Somit könnte dieser 2019 zeitgleich auf die B 294-Sanierung fallen. Nach den jüngsten Forderungen von CDU-Kreisrat Matthias Hirschbolz (sieh BZ vom Samstag), trotz der Einwände wegen hohen öffentlichen Interesses, Sofortvollzug nach Planfeststellung zu beantragen, übt die Elztalbahn-Bürgerinitiative (BI) heftige Kritik.

Ein Sofortvollzug wäre für die BI "ein Schlag ins Gesicht des Rechtsstaates". Die Äußerungen von Hirschbolz seien "an Arroganz und Ignoranz nicht zu überbieten." In der Stellungnahme der BI ist im Wortlaut weiter zu lesen:

"Das Problem mit den vielen Einwendungen war vorhersehbar, da im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens jegliche Kritik am Ausbau und der Elektrifizierung der Elztalbahn weg- oder kleingeredet wurde. Die jetzige Fehlplanung wäre somit vermeidbar gewesen, ist aber noch änderbar. Dass alles reibungslos abläuft, wäre allein Aufgabe der Politik gewesen".

Die Forderung von CDU-Kreisrat Hirschbolz, "die überragende Bedeutung" des Ausbaus zu betonen und kritische Stimmen zu ’relativieren’", bestätige Arroganz und Ignoranz, so die BI. Ebenso die Aussage von Landrat Hanno Hurth: "…man sollte den Ausbau in der Öffentlichkeit besser verkaufen".

"Die jetzige Panikmache mit Sofortvollzug nach Planfeststellung wäre sicher nicht mit einer Problemlösung verbunden. Auch wäre das ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Bürger, des Rechtsstaates und somit der Demokratie", meint Niklas Vartmann von der Elztalbahn-BI.

"Die Elztalbahn-BI fordert deswegen, einem Sofortvollzug entschieden entgegenzuwirken, um nicht dieselben Fehler wie früher zu machen. Um das Verkehrsproblem zu lösen, sollte erst der Engpass in Oberwinden mit dem geplanten Tunnel beseitigt werden. Mit sofortigem Baubeginn wäre dieser 2021 fertig. Zeitgleich oder nach der Umfahrung Niederwinden sollte man die Modernisierung der Elztalbahn in Angriff nehmen. Das hätte den Vorteil, dass man die technisch veraltete, völlig überteuerte und somit unwirtschaftliche Elektrifizierung übersprungen und in zukunftsweisende, emissionsärmere, klimafreundlichere und kostengünstigere Zukunftstechnik investieren könnte. Nach einer Mitteilung des Verkehrsministeriums sollen von 2021 an gar wasserstoffbetriebene Züge mit Brennstoffzellen in der Ortenau fahren."