Bürger Energie plant mit Nahwärme

Alexandra Wehrle

Von Alexandra Wehrle

Do, 12. Dezember 2013

Lenzkirch

Genossenschaft möchte ein Projekt für den Ortskern Saig umsetzen / Rat diskutiert heute über eine Beteiligung an Planungskosten.

LENZKIRCH-SAIG. Die Genossenschaft Bürger Energie Lenzkirch (BEL) hat sich mit Projekten der Nahwärmeversorgung in den Ortsteilen Saig und Kappel befasst und in Umfragen Fakten dafür gesammelt. Nach deren Auswertung scheint ihr ein Nahwärmeprojekt für den Ortskern Saig als machbar. Um die Planungskosten von etwa 60 000 Euro ging es am Montag im Ortschaftsrat Saig und sie sind Thema heute, Donnerstag, im Gemeinderat. Die Bürger Energie hat angefragt, ob sich die Gemeinde an den Planungskosten mit 15 000 Euro beteiligen wolle.

In der Sitzung des Ortschaftsrats Saig fragte Klaus Werner, warum im Gemeinderat Bene Müller von Solarcomplex referiere und kein Vertreter der Bürger Energie Lenzkirch. Schließlich hätten doch beide dasselbe Interesse. Schon länger steht die Idee einer Nahwärmeversorgung im Raum. Wie Ortsvorsteher Walter Sigwarth sagte, hat die BEL mit einer Fragebogenaktion ermittelt, ob es in Saig und Kappel anschlusswillige Interessenten gibt. Dabei kam heraus, dass die Voraussetzungen in Saig besser sind, da sich hier potentielle Abnehmer im Ortskern konzentrieren. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, die Pläne weiterzuverfolgen. Die eine ist, dass die BEL selbst das Netz plant und dabei von der Firma Solarcomplex unterstützt wird. In diesem Fall würde Solarcomplex mit der Hälfte der Planungskosten ins Risiko gehen, die andere Hälfte würden sich die BEL und – falls der Gemeinderat dies so entscheidet – die Gemeinde Lenzkirch teilen. Die zweite Möglichkeit ist, dass die Firma Solarcomplex die Nahwärmeversorgung in Eigenregie plant und das Netz nachher auch selbst betreibt.

Klaus Staub von der BEL sagte, dass Bene Müller die Sachlage darstelle, sei in Ordnung; er sei kompetent und könne das Thema vernünftig präsentieren. Ortsvorsteher Sigwarth ergänzte, dass der Antrag an die Gemeinde von der BEL komme und sie deshalb befangen sei. Staub ging nochmals auf die Vorlage für den Gemeinderat ein. Demnach beantragt die BEL die Übernahme von 15 000 Euro durch die Gemeinde. Wird das Projekt verwirklicht, fließen die 15 000 Euro zurück an die Gemeinde, und die 30 000 Euro, die Solarcomplex investiert, würden der Firma bezahlt werden. Gibt es am Ende keine Nahwärmeversorgung in Saig, sind die Gelder verloren.

Andreas Morath fragte, ob man nicht die potentiellen Hauptabnehmer mit ins Boot holen sollte, schließlich stehe ein privatwirtschaftliches Interesse hinter dem Projekt. "Man sollte kritisch hinterfragen, ob da die Gemeinde ins Risiko gehen soll." Die Frage der Finanzierung stelle sich auch nach der Planungsphase wieder, sagte Staub. In diesem Stadium sollen die Hauptabnehmer auf jeden Fall mit einbezogen werden. "Aber solange wir nicht wissen, was es kostet, werden wir keinen finden, der bereit ist, Planungskosten zu übernehmen." Die Investitionskosten auf sind mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt.