Für Barrierefreiheit wird gesorgt

Beatrice Ehrlich

Von Beatrice Ehrlich

Fr, 15. April 2016

Auggen

Vorstellung des Mehrgenerationenwohnhaus "Am Sonnberg" in Auggen stößt bei der Bevölkerung auf großes Interesse.

AUGGEN. Dieses Gebäude wird man in Auggen künftig nicht übersehen: Als markanter Riegel schiebt sich das neue Mehrgenerationenwohnhaus "Am Sonnberg" vor die vorhandene Wohnbebauung. Die Vorstellung des Bauvorhabens am Mittwoch in der Sonnberghalle ist in der Bevölkerung auf großes Interesse gestoßen. Rund 80 Besucher hatten sich eingefunden, um Genaueres zu erfahren. Klaus Schulte, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Familienheim Markgräflerland, sowie Architekt Heiner Gärtner erläuterten Details und gingen auf die vielen konkreten Fragen der Anwesenden ein.

Anhand eines Modells und per Beamer an die Wand projizierter Grundrisse konnte man sich einen greifbaren Eindruck von dem Gebäude machen, dessen Bau im Sommer beginnen und das schon im Herbst 2017 bezugsfertig sein soll. Insgesamt 17 Wohneinheiten auf drei Stockwerken sind geplant – zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen von jeweils etwa 70 Quadratmetern Größe sowie fünf Vier-Zimmer-Wohnungen mit jeweils etwa 130 Quadratmetern Größe, alle mit Balkon in Richtung Süden. Vor dem Gebäude soll eine pflegeleichte Obstbaumwiese angelegt werden.

Eine Besonderheit ist der etwa 135 Quadratmeter große, öffentlich zu nutzende Gemeinschaftsraum, für dessen Ausstattung die Gemeinde Auggen bereits Geld im Haushaltsplan eingestellt hat und der voraussichtlich für 15 Jahre von der Gemeinde angemietet werden soll. Die Baugenossenschaft hat für die Ausstattung des Gemeinschaftsraums einen Spendengrundstock von 20 000 Euro hinterlegt; mit weiteren Spenden aus der Bürgerschaft wird gerechnet. Der Raum werde vorwiegend dem Seniorenbüro und den Landfrauen zur Verfügung stehen, könne aber auch von anderen Auggener Bürgern und den Bewohnern des Hauses genutzt werden, erklärte Bürgermeister Fritz Deutschmann.

Aufgrund der Genossenschaftsform falle für die Mieter eine im Vergleich günstige Kaltmiete von etwa acht Euro pro Quadratmeter an, erläutert Schulte. Bis zu 60 Prozent der Mieter werden zudem von der Erzdiözese Freiburg im Rahmen des Programms "Bezahlbares Wohnen" mit weiteren 1,50 Euro pro Quadratmeter gefördert, sofern sie einen entsprechenden Einkommensnachweis vorgelegt haben. "Wir denken immer wieder neu", erklärte Geschäftsführer Schulte auf die Frage, ob man bereits Erfahrungen mit einem ähnlichen Projekt gesammelt habe. So sei das Mehrgenerationenhaus auf die spezifischen Auggener Wünsche hin entworfen worden. Beim Zuschnitt der recht groß und durchlässig gestalteten Wohnungen habe man die Belange von Rollstuhlfahrern im Auge gehabt, die viel Bewegungsfreiheit brauchen. Alle Wohnungen seien über die von einem zentralen Aufzug abgehenden Laubengänge auf der Nordseite des Gebäudes barrierefrei erreichbar. Über eine Rampe erreiche man auch den großen Fahrradkeller.

Die Fragen der Anwesenden bezogen sich vor allem auf die Vergabe der Wohnungen sowie konkrete bauliche Details: vom für das Mauerwerk verwendeten Material (Poroton) über die Energieversorgung (Gaszentralheizung und Solaranlage auf dem Dach) bis hin zur Tierhaltung (Hunde und Katzen sind geduldet, solange sie nicht stören). Auf die Zusammensetzung der künftigen Bewohner nehme die Baugenossenschaft keinen direkten Einfluss, so Schulte. Auch wenn man darauf achte, dass die Wohnungen ihrem bestimmungsmäßigen Zweck zugeführt würden, solle kein "Wohnghetto" entstehen. Aufgrund der offenen Vergabe der Wohnungen werde es also letztlich Sache der Bewohner sein, wie sie ihr generationenübergreifendes Zusammenleben in der von der Baugenossenschaft erstellten "Hülle" gestalten, unterstrich Schulte. Wie es aussieht, werden die Bewohner nicht auf sich warten lassen: Neun Bewerber haben sich bereits Wohnungen vormerken lassen, davon fünf aus Auggen, die anderen aus der Umgebung.