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17. März 2015

Mehnerts Aktion sorgt für Empörung

Tierschutzverein Markgräflerland spricht von "abscheulichem Vorgehen".

  1. Mehnert will gegen den Einsatz von Drohnen demonstrieren. Die Art und Weise, wie er das macht, stößt aber auch auf massive Ablehnung. Foto: DPA

MARKGRÄFLERLAND (hub). Die Aktion "11 Tage" von Florian Mehnert sorgt für überaus heftige Reaktionen. Unter anderem Tierschützer laufen Sturm gegen das Projekt des Markgräfler Aktionskünstlers, der damit auf die Problematik des Einsatzes von bewaffneten Drohnen aufmerksam machen will. Über die Internetseite 11tage.florianmehnert.de lässt sich eine Ratte per Video-Livestream beobachten. "Nach Ablauf des Countdowns von 11 Tagen am 25. März 2015 um 19.00h (CET), wird die steuerbare Waffe scharf geschaltet. Die Ratte kann dann von jedem Smartphone, von jedem Computer aus über das Internet getötet werden", heißt es auf der Homepage.

Im BZ-Interview vom Montag deutete sich bereits an, dass Mehnerts Projekt für Aufruhr sorgen könnte. Tatsächlich zeigen viele Reaktionen, dass sie das Anliegen des Künstlers – nämlich über die Problematik von Drohneneinsätzen ins Nachdenken zu kommen – nicht durch eine Aktion gerechtfertigt sehen, bei der ein Tier, vermeintlich oder tatsächlich, in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Der Tierschutzverein Markgräflerland spricht von einem "abscheulichen Vorgehen" und "einer perfiden Aktion" und fordert Mehnert auf, "das Projekt sofort zu beenden und die Ratte dem Tierschutzverein Markgräflerland e.V. zu übergeben, so dass wir anschließend für eine artgerechte Unterbringung sorgen können".

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Schon die Bedingungen, unter denen die Ratte derzeit gehalten werde, seien nicht artgerecht. "Einzelhaltung bei Ratten ist eindeutig Tierquälerei, denn man nimmt der Ratte jeglichen sozialen Kontakt", so die Tierschützer. Das Tier sei keinesfalls nur eine namenlose Laborratte, "sie ist ein intelligentes Lebewesen, das wie jüngste Forschungen beweisen, sogar zu Gefühlsäußerungen wie zum Beispiel Lachen fähig ist", erklärt der Tierschutzverein in einem öffentlichen Schreiben.

Mittlerweile sollen auch bereits Anzeigen wegen Verstoßes gegen Tierschutzbestimmungen erstattet worden sein, laut dem Freiburger Internetportal fudder.de hat die Polizei erste Ermittlungen eingeleitet. In sozialen Netzwerken wird Mehnert zum Teil äußerst aggressiv beschimpft, eine Online-Petition unter dem Titel "Stoppen Sie das Rattenexperiment von Florian Mehnert!" hat bereits rund 4000 Unterstützer gefunden.

Mehnert selbst sieht die Aufregung um sein Projekt, die inzwischen sogar internationale Medien wie die BBC und die New York Times aufmerksam gemacht hat, mit gemischten Gefühlen. "Man muss die Welle der Empörung als Erfolg betrachten", sagt Mehnert gegenüber fudder.de. Immerhin habe er eine Diskussion losgetreten. "Jetzt muss ich den Fokus richtig ausrichten. Bei dem Shitstorm geht es um den vermeintlichen möglichen Tod der Ratte. Diese Ratte kann aber tausende Leben retten, wenn die Menschen jetzt handeln und ihren Protest gegenüber der Drohnen-Technologie äußern."

Autor: hub