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16. Januar 2015 14:56 Uhr

Handlungsprogramm Wohnen

10 Prognosen: So entwickelt sich der Freiburger Wohnungsmarkt

Wie wird sich der Wohnungsmarkt in Freiburg entwickeln? Am Freitag hat die Stadt zwei Studien zu Bevölkerung und Wohnsituation in Freiburg vorgestellt. Die wichtigsten Fakten daraus über das Leben und Wohnen in Freiburg 2030.

  1. Die Bevölkerung Freiburgs wird weiter wachsen. Deswegen wird die Stadt bis zum Jahr 2030 14.600 neue Wohnungen benötigen. Foto: Michael Bamberger



1. Freiburg wird weiter wachsen

Nach der Bevölkerungsprognose der Stadtverwaltung wird die Stadt Freiburg im Jahr 2030 rund 254.000 Einwohner haben – heute sind es 218.244. Das Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung hat auch Extremwerte berechnet: eine niedrige Kalkulation prognostiziert rund 236.000 Einwohner, eine hohe 258.000 Einwohner.

2. Mehr Freiburger werden geboren als sterben

Freiburg wächst, weil die Geburtenrate bei deutschen Frauen höher ist als der Durchschnitt. Der Geburtenüberschuss beträgt 450 Geburten mehr – als Sterbefälle pro Jahr.

3. Nicht-Freiburger wollen Freiburger werden

Freiburg wächst außerdem, weil Menschen aus der Region, ganz Deutschland und dem Ausland nach Freiburg strömen. Freiburg ist eine "Schwarmstadt".

4. Mehr Menschen werden im Norden und Osten der Stadt leben

Das Wachstum der Stadt verteilt sich nicht gleichmäßig auf das Stadtgebiet. Abgesehen von einem neuen Stadtteil nehmen nach ABI-Prognose in absoluten Zahlen die Stadtbezirke Brühl-Güterbahnhof, Ebnet, Haslach-Egerten, Zähringen und Unterwiehre-Süd am stärksten zu. Prozentual nehmen dagegen die Stadtbezirke Haslach-Schildacker, Ebnet, Lehen, Tiengen und Brühl-Güterbahnhof am stärksten zu.

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5. Weniger Menschen werden am westlichen Stadtrand und in der Stadtmitte leben

Abnehmen wird die Bevölkerungszahl laut ABI vor allem in Opfingen, Hochdorf, St.-Georgen Nord und Stühlinger-Beurbarung, minimal auch in Waldsee, Altstadt-Mitte, Mittelwiehre und Oberwiehre

6. Freiburg ist eine junge Stadt

Mit einem Durchschnittsalter von 40,4 Jahren zählt Freiburg zu den jüngsten deutschen Städten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 45 Jahren. Die Stadt prognostiziert, dass das Durchschnittsalter der Freiburger nach 2022 auf 40,6 Jahre ansteigen wird. Bemerkenswert an der künftigen Altersstruktur: Im Jahre 2030 wird es in Freiburg prozentual weniger 45- bis 60-Jährige und weniger 15-bis 18-Jährige geben, dafür aber mehr Schulkinder und Seniorinnen und Senioren.

7. Bis zum Jahr 2030 braucht Freiburg 14.600 neue Wohnungen

Weil Freiburg wächst, wird die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt weiter steigen. Das Berliner Forschungsinstitut Empirica schätzt, dass 14.600 neue Wohnungen gebraucht werden.

8. Der Bedarf an Wohnungen soll durch Nachverdichtung und den neuen Stadtteil geschaffen werden

Die Stadtverwaltung hofft, bis dahin 5.400 Wohnungen durch Nachverdichtung bauen zu können und rund 5.000 Wohnungen im neuen Stadtteil Dietenbach zu erschließen. Dann bleibt immer noch ein rechnerischer Bedarf von 4.200 Wohnungen.

9. Familien und Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen wird die Wohnungsnot besonders treffen

Durch den Mangel an Wohnraum werden vor allem Familien unfreiwillig ins Umland ziehen müssen. Für Haushalte mit unterem und mittleren Einkommen werden unter schlechten Wohnsituationen leiden.

10. Die Stadt will die Versorgung mit Wohnraum unbedingt verbessern.

Kurzfristig: Nachverdichtung, wo immer es möglich ist.
Mittelfristig: Entwicklung des neuen Stadtteils Dietenbach und die Aufstellung eines Perspektivplans um die Situation im Auge zu behalten.
Langfristig: Ein neuer Flächennutzungsplan 2040.

Autor: Simone Lutz, Carolin Buchheim