125-Jahr-Feier inmitten des Fehlstarts

dpa

Von dpa

Sa, 08. September 2018

1. Bundesliga

Der VfB Stuttgart feiert am Sonntag Geburtstag.

STUTTGART (dpa). VfB-Präsident Wolfgang Dietrich weiß, dass die Tradition allein nicht zählt. "Wir haben in diesem Geschäft keinen Kredit und keinen Bonus. Wenn man verliert, muss man Kritik aushalten", sagte der 70-Jährige. Dennoch will er den vermasselten Saisonauftakt anlässlich des 125. Geburtstag des schwäbischen Bundesligisten an diesem Sonntag nicht zu hoch hängen. Die Party-Laune rund um den Verein für Bewegungsspiele hätte allerdings besser sein können.

"Das Jubiläum hat mit dem aktuellen Saisonverlauf weniger zu tun. Es ist etwas, was die Größe, die Stärke, die Geschichte des Vereins betrifft und die ist großartig", sagte Kapitän Christian Gentner und will die erfolgreiche Vergangenheit als Mutmacher nutzen: "Vielleicht kann man auch noch mal Kraft rausziehen." Für Samstagabend plant der Verein einen Festakt. Am Sonntag, an dem vor 125 Jahren im Stuttgarter Gasthaus "Zum Becher" der Vorgängerverein FV Stuttgart 1893 gegründet wurde, eröffnet der schwäbische Fußball-Bundesligist im Mercedes-Benz Museum eine Sonderausstellung.

Mehr als 60 000 VfB-Mitglieder hoffen auf Erfolge wie in der Vergangenheit. Von einem sechsten Meistertitel nach 1950, 1952, 1984, 1992 und 2007 ist der VfB momentan jedoch weit entfernt.

Die Euphorie war dennoch groß, als die Schwaben mit dem Testspiel gegen den spanischen Topclub Atletico Madrid und einem Schaulaufen von Vereinslegenden schon am 5. August den 125. Geburtstag feierten. Fünf Wochen später ist davon kaum noch etwas zu spüren. In den dritten Spieltag beim SC Freiburg am Sonntag in einer Woche geht das Team von Trainer Tayfun Korkut als Tabellenletzter, ohne Punkt und ohne ein erzieltes Tor.

Krise? Panik? Dafür ist es den Verantwortlichen verständlicherweise trotz des Pokal-Ausscheidens beim Drittligisten Hansa Rostock, der Niederlage in Mainz und des ernüchternden Auftritts gegen den FC Bayern zu früh. "Der Worst Case ist leider eingetreten", sagte Dietrich und mahnte zur Besonnenheit: "Wir werden jetzt erst recht Ruhe bewahren."