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04. April 2013 00:00 Uhr

Währung a. D.

13 Milliarden D-Mark sind noch im Umlauf

Ein Drittel der Deutschen wünscht sich die 2002 als Bargeld abgeschaffte Mark wieder zurück. Tatsächlich ist die Mark noch gar nicht verschwunden, auch wenn sie kein offizielles Zahlungsmittel mehr ist.

  1. Relikte aus einer vergangenen Zeit: Mark-Scheine Foto: BAMBERGER

Nach Daten der Bundesbank waren Ende Februar noch Mark-Banknoten, -Münzen und Pfennige im Gesamtwert von 13,14 Milliarden Mark oder gut 6,7 Milliarden Euro in Umlauf – von Sammlern gehortet, irgendwo in Kellern, Kisten oder Sesselritzen verborgen oder im Ausland unterwegs. Jedenfalls wartet die Bundesbank weiter auf Millionen von Mark-Scheinen und -Münzen. Das Tempo der Mark-Rückgabe in den Bundesbankfilialen im Tausch gegen Euro verlangsamt sich: 2012 waren es 131 Millionen Mark, ein Jahr zuvor noch 150 Millionen Mark.

Ein Ende der Sammelaktion für die Mark ist nicht abzusehen. Einen Grund für Eile und Hektik bei Verbrauchern gibt es allerdings nicht: Die Bundesbank nimmt Mark-Banknoten und -Münzen in ihren Filialen auf unbegrenzte Zeit kostenfrei und in jeder Höhe zum Wechselkurs von 1,95583 Mark pro Euro zurück. Andere Euro-Notenbanken waren und sind nicht so großzügig: In Finnland, Frankreich, Italien und Griechenland sind die Rückgabefristen längst abgelaufen.

Aufbewahrungsort Tablettenröhrchen

Wo die ausstehenden Mark-Scheine und -Münzen noch stecken, weiß auch die Bundesbank nicht. Größere Beträge tauchen auf, so die Erfahrung der Notenbanker, wenn nach dem Tod von Eltern oder Großeltern Wohnungen oder Häuser geräumt und renoviert werden. Versteckt zwischen Büchern, hinter abgelösten Tapeten, in Gardinen eingenäht oder fein säuberlich gerollte, in Tablettenröhrchen gesteckte Mark-Scheine kommen so zum Vorschein. Im Schnitt wurden 2012 in den Bundesbankfilialen bei jeder Rückgabe jeweils etwa 560 Mark in Euro getauscht.

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Ende Februar waren noch Banknoten im Volumen von 6,27 Milliarden Mark unterwegs, der Wert der noch ausstehenden etwa 23,5 Milliarden Münzen ist mit 6,87 Milliarden Mark deutlich höher. Zum Vergleich: Der Euro-Bargeldumlauf in der Eurozone belief sich Ende 2012 auf gut 936,2 Milliarden Euro.

Nur in Ausnahmefällen ist der Sammlerwert hoch

Pfennig- und Mark-Stücke werden nach Erkenntnissen der Bundesbank viel zögerlicher zurückgegeben als die Scheine. Lohnend ist die Zurückhaltung bei Münzen im Blick auf den Sammlerwert nur in Ausnahmefällen, etwa bei 50-Pfennig-Stücken mit dem Aufdruck "Bank Deutscher Länder"oder Zwei-Mark-Münzen, die mitunter einen zweistelligen Euro-Betrag bringen können. In seltenen Fällen gibt es je nach Prägeanstalt und Prägejahr mehrere Hundert Euro. Bei einer seltenen Zwei-Pfennig-Münze können es sogar mehr als 1 000 Euro sein, heißt es bei Experten. Voraussetzung, damit solch hohe Sammlerwerte erzielt werden können: Die Mark-Münzen müssen prägefrisch sein.

Autor: Rolf Obertreis