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21. April 2017 12:28 Uhr

Fernsehstar

15-Jähriger aus Maulburg träumt von einer Schauspielerkarriere

Noah Calvin aus Maulburg ist erst 15 und weiß schon genau, was er will: Schauspieler werden. Erste Rollen hat er schon gespielt. Nun spielt er in der ARD-Vorabendserie "WaPo"mit.

  1. Für Noah Calvin aus Maulburg steht fest: „Ich will Schauspieler werden.“ Foto: Anja Bertsch

  2. Noah Calvin spielt in der neuen ARD-Serie WaPo Bodensee Niklas, den Sohn der Kommissarin Nele Fehrenbach (Floriane Daniel, Mitte) Rechts: Filmschwester Johanna (Sofie Eifertinger). Foto: Anja Bertsch

Er lebt in Maulburg, geht in Lörrach zur Schule und schauspielert mittlerweile in der ganzen Republik: Mit seinen 15 Jahren hat Noah Calvin schon einiges an unterschiedlichen Rollen auf die Bühne gebracht: Im Fernsehen ist der Jungschauspieler gerade in der neuen ARD-Serie "WaPo (Wasserschutzpolizei) Bodensee" zu sehen.

In der WaPo-Serie spielt Noah den vom Umzug aus dem hohen Norden in die südwestdeutsche Provinz, erster Verliebtheit und seiner alleinerziehenden Mutter geplagten Teenie Niklas Fehr. In der Löwenzahn-Folge "Die Jagd im Netz" (ZDF) war er gerade als Smartphone-wischender Mattis zu sehen.

Mit acht Jahren spielte er in einer griechischen Tragödie mit

Davor durfte es auch schon mal eine klassische Bühnenrolle mitsamt ausgiebigem Monolog sein, etwa die des Eumolus in der griechischen Tragödie "Alkestis", mit der Noah sich im Alter von acht Jahren die ersten schauspielerischen Meriten auf der großen Bühne des Bayerischen Staatsschauspiels verdiente.

Einiges an Schauspielerfahrung ist das für einen Teenager – und gerne darf’s so weitergehen, findet Noah Calvin. "Ich will Schauspieler werden", sagt der junge Mann ebenso bestimmt wie selbstbewusst. Die Voraussetzungen sind da: Selbstsicher und zielstrebig ist Noah auf der Bühne absolut präsent und im Angesicht von Kameras und und Zuschauerreihen völlig frei von Schüchternheit: "Ich mache mir da nicht so den Kopf", sagt er.

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Noah Calvins Vater ist nicht sehr begeistert

Sein Vater Marcus Calvin ist selbst Theater- und Filmschauspieler. Für Noah und seine zwei großen Brüder gehörte das Metier damit von klein auf selbstverständlich dazu – auch wenn er als kleiner Steppke über einer griechischen Tragödie in all ihren ausgiebigen Schicksalswirren schon auch mal einschlief, wie er schmunzelnd erzählt.

Dass sein Sohn nun dieselbe Richtung einschlägt, findet Marcus Calvin eher zwiespältig, schließlich sei die Schauspielerei ein harter Job und keineswegs zwangsläufig die direkte Verbindung zum Erfolg. "Ich befürworte das ausdrücklich nicht. Aber wenn Noah in die Richtung will, unterstütze ich ihn", sagt Marcus Calvin.

In neue Rollen schlüpfen macht Noah Spaß

Und der will: Noahs Berufswunsch stand schon in der ersten Klasse fest und hat sich über die bisherigen Erfahrungen nur verfestigt und konkretisiert: "Immer wieder neue Rollen interpretieren, Dinge tun, die man im echten Leben nicht tun würde – das macht einfach Spaß."

Begonnen hat Noah mit der Schauspielerei als Statist im Residenztheater in München, wo die Familie bis vor knapp vier Jahren wohnte; mittlerweile hat eine auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Agentur Noah Calvin unter ihre Fittiche genommen. Die nun vermittelt Castings für alle möglichen Engagements. Den Rest freilich muss Noah alleine machen – und er tut es: Vor ziemlich genau einem Jahr überzeugte er beim Casting in Radolfzell die Macher von "WaPo Bodensee" auf Anhieb und bekam die Rolle.

Als Sohn der alleinerziehenden Kommissarin Nele Fehrenbach kommt Noah/Niklas in beinahe allen Folgen ausgiebig zum Zug. Schließlich nimmt die private Seite in der als Mischung aus Krimi- und Familienserie angelegten Produktion doch einiges an Platz ein.

Texte lernen fällt ihm leicht

Die Arbeitsumständen bei den Dreharbeiten waren durchaus annehmbar: Über mehrere Wochen verteilt, verbrachte Noah im letzten Sommer über ein Dutzend Drehtage am Bodensee. Rund um die aus Jugendschutzgründen auf fünf Stunden begrenzten Dreharbeiten blieb einiges an Zeit, die sich am sommerlichen Bodensee gut zubringen ließ. Der Dreh selbst lief flüssig: Auch wenn der Film-Niklas ziemlich anders ist als der eigentliche Noah, war der Weg in die Filmrolle bald gefunden.

Noah Calvin: "Das ging automatisch". Ein großes Plus unter solchen Drehumständen ist auch, dass Noah sich leicht tut mit dem Skript: "Ich brauche nicht lange, um einen Text zu lernen", sagt er – ein Vorteil am Set und in der Schule, die Noah in seinem echten Leben als Achtklässler in Lörrach besucht.

Ob es nach den ersten acht Folgen eine zweite WaPo-Staffel gibt, wird erst noch entschieden. Derweil hat Noah Calvin schon einige weitere Castings hinter sich gebracht; unter anderem für "Fuck ju Göhte 3". Auch wenn es mit dieser Rolle dort nun nicht geklappt hat: Man wird Noah Calvin mit Sicherheit noch öfter auf dem Bildschirm sehen.

Noahs Fernsehauftritte:

Autor: Anja Bertsch