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07. August 2012
160 Pilger erwandern den Hochrhein
Gefährten des Heiligen Franziskus haben sich als Ausgangs- und Endpunkt der zehntägigen Pilgerreise das St.-Josefshaus ausgesucht.
RHEINFELDEN. Menschen aus ganz Europa treffen sich alljährlich zu einer Pilgerfahrt in einem europäischen Land. Es sind die Gefährten des Heiligen Franziskus, die sich um Einheit und Frieden zwischen den Völkern bemühen. Dieses Jahr lag die Vorbereitung zur Pilgerfahrt bei der deutschen Sektion der Bewegung, die sich den Hochrhein als schöne Ecke und Wanderziel aussuchte.
Rund 160 Pilger aller Generationen aus neun europäischen Ländern erleben vom 1. bis zum 10. August Natur, Friede, Einfachheit und Spiritualität, indem sie zusammen wandern, kochen und beten. Ausgangspunkt und Ende der Pilgerfahrt ist im St. Josefshaus Herten, Quartier für Notfälle das Werner-Mennicke-Haus der Christusgemeinde Rheinfelden auf dem Rührberg.Ein Team aus 15 Personen um Nationalleiterin Martina Mund aus Linnich/Nordrhein-Westfalen organisierte in den vergangenen zwölf Monaten sorgfältig die Pilgerfahrt. Es gibt drei Sterngruppen, die zwei bis drei Tage an einem Ort bleiben und ohne schweres Gepäck wandern. Für Einkäufe und beim Umzug in die nächste Unterkunft steht ihnen ein Auto zur Verfügung. Dazu kommen drei Wandergruppen, die jeden Tag das Quartier wechseln und dabei ihr persönliches Gepäck tragen. Auch sie haben ein Auto für Gruppeneinkäufe dabei. Die 21 Pilger der Abenteuergruppe kommen ohne Auto aus, sie tragen große Rucksäcke und ihre Habe ist in einem Handkarren unter einer wasserdichten Plane verwahrt. Familien mit kleinen Kindern sind im Kurt-Roser-Haus und Senioren im Werner-Mennicke-Haus untergebracht. Sie unternehmen von dort aus Ausflüge. Die Pilgerfahrt bedeutet für die Gruppen, neun Tage einfach zu leben, sich mit dem Jahresthema zu beschäftigen, gemeinsam zu beten und auf dem Fußboden zu schlafen. Übernachtet wird in Pfarreien, Turnhallen oder Hütten auf beiden Seiten des Rheins, die kostenlos oder gegen wenig Geld zur Verfügung gestellt wurden.
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Ein paar Tage lang erleben die Pilger ein Leben außerhalb der heutigen technologisierten Welt und lernen, mit wie wenig ein Mensch zurechtkommt. Viele junge Menschen haben sich der Bewegung angeschlossen, unterwerfen sich den franziskanischen Prinzipien der Einfachheit und Ehrfurcht vor der Schöpfung. Erwandert wird der gesamte Hochrhein bis nach Waldshut-Tiengen, dazu gehören auch Abstecher in die Schweiz.
Zum Thema "Ernährungssouveränität" findet ein lebhafter Gedankenaustausch in sechs Sprachen (deutsch, englisch, französisch, niederländisch, schwedisch und spanisch) statt. Das Ziel ist es, Bewusstsein für die Herkunft der Lebensmittel zu schaffen, wirtschaftliche Zusammenhänge zu beleuchten und die daraus entstehende Verantwortung zu übernehmen. Die Gruppe kocht gemeinsam im Freien auf einem Gaskocher, jeder hat sein eigenes Geschirr und Besteck dabei.
Verwurzelt in das Wesentliche des Lebens zu sein, ein bisschen abenteuerlich die mögliche, gewollte Armut entdecken, Spiritualität erleben und dabei die schöne Natur am Hochrhein genießen – die 160 Pilger sind begeistert. Doch ganz ohne Technik geht es nicht: Alle haben eine Telefonnummer und eine Adresse für Notfälle, das Quartier auf dem Rührberg ist rund um die Uhr erreichbar. Martina Mund hilft, falls jemand verloren geht, einen Arzt braucht oder eine Panne das Begleitfahrzeug lahmlegt. Unterstützt wird sie dabei von Gina Wendel aus Grenzach, die die Gegend bestens kennt.
Am 9. August müssen alle Gruppen bis 13 Uhr wieder im St. Josefshaus in Herten sein. Um 16 Uhr zelebriert die anglikanische Priesterin Sheana Barby dort einen Gottesdienst. Nach einem Abendessen beginnt die letzte Veranstaltung, der Freundschaftsabend in der Halle des St. Josefshauses. Hier berichten die Gruppen über ihre Zeit am Hochrhein – in allen Sprachen und mit viel Pantomimik.
Autor: Danielle Hirschberger



