Wahlkampf für den Bürgerentscheid

200 Interessierte kamen zur Auftaktveranstaltung der Dietenbach-Gegner

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 17. Januar 2019 um 17:45 Uhr

Freiburg

Die Bürgeraktion "Rettet Dietenbach" ist in den Wahlkampf vor dem Bürgerentscheid gestartet. Rund 200 Interessierte hörten sich die Argumente der Gegner des neuen Stadtteils an.

Rund 200 Interessierte kamen am Mittwochabend zur Auftaktveranstaltung der Gegner des neuen Stadtteils Dietenbach in die Katholische Akademie in der Wintererstraße. Die Bürgeraktion "Rettet Dietenbach" hatte viel vorbereitet.
"Es geht um das Überleben der Menschheit". Wolf-Dieter Winkler, Freiburg Lebenswert
Vor der Tür der Katholischen Akademie thronte ein Traktor, im Inneren warteten acht Vortragende auf ihren Einsatz. Vorher aber gab es einen Sketch zu Dietenbach, mitsamt selbstgedichteten Lied. Den längsten Redebeitrag hatte ein Erlangener Anwalt, der im Herbst mit seiner Bürgerinitiative einen Stadtteil verhindert hatte und von seiner Kampagne erzählte.

Man will zusammenrücken und den Wachstum stoppen

Danach gab es Kurzvorträge zu Ökologie und Landwirtschaft in Dietenbach, der Vorsitzende des Vereins Ecotrinova, Georg Löser, sprach über Alternativen zu dem Stadtteil: So sollten beispielsweise Getrennte wieder zusammenziehen. Weniger Wohnfläche pro Person sei ein Teil der Lösung. Harald Klein, ein ehemaliger Bürgermeister, der seit acht Jahren in Freiburg wohnt, befürchtete, dass Dietenbach den Mietspiegel in die Höhe schnellen lassen werde und Manfred Kröber, Vertrauensperson des Bürgerentscheids, kritisierte, dass die Stadt sich an der Nachfrage nach Wohnraum orientiere – diese sei aber nie zu stillen.

Schließlich warnte der Fraktionsvorsitzende von Freiburg Lebenswert/Für Freiburg, Wolf-Dieter Winkler, noch vor den Auswirkungen des neuen Stadtteils auf das Klima. Um dieses zu retten, seien zu große Wohnungen für jeden nicht mehr drin. "Es geht um das Überleben der Menschheit", rief er. Bei der anschließenden Diskussion herrschte Einigkeit darüber, dass der neue Stadtteil nicht kommen dürfe. Nach zweieinhalb Stunden musste Moderator Ulrich Glaubitz die Veranstaltung dann beenden – "sonst wird uns der Hausmeister herauswerfen."



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