15. Dezember 2008
2000 demonstrieren friedlich
Das war vorweihnachtlicher Rummel einmal anders: Rund 2000 Menschen haben am Samstag in der Freiburger Innenstadt gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes durch die Landesregierung demonstriert. Die nicht angemeldete Veranstaltung, die von einigen hundert Polizisten begleitet wurde, verlief friedlich.
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Rappelvoll war die Innenstadt an diesem dritten Adventssamstag. Damit war den linken Aktivisten, die zu dieser Demonstration aufgerufen hatten, die größtmögliche Aufmerksamkeit sicher. Treffpunkt war wie angekündigt der Freiburger Weihnachtsmarkt: So lief das von der Stadt Freiburg verfügte Demonstrationsverbot im Stadtzentrum ins Leere. Um die Versammlung nicht eskalieren zu lassen, ließ sich Ordnungsamtsleiter Walter Rubsamen auf einen Zug durch die Innenstadt ein. Mit einem Vertreter des autonomen Kulturzentrums KTS handelte man die Route aus. Allen voran zog dann der "schwarze Block": rund 300 in schwarze Kapuzenpullis und schwarze Jacken gehüllte Demonstranten, viele im Teenageralter, die teils provozierende Parolen riefen. Die Passanten in der Kaiser-Joseph-Straße nahmen’s überwiegend gelassen: "Die sehen doch ganz friedlich aus", meinte eine Frau. Und immer wieder die Frage: "Für was demonstrieren die eigentlich?" Anlass des Protests war die geplante Verschärfung des Versammlungsgesetzes im Land. Unter die Demonstranten mischten sich auch etliche Stadträte der Grünen, der Unabhängigen Listen (UL), der Grünen Alternative und von Junges Freiburg. "Ich finde es schlimm, dass das Demonstrationsrecht immer weiter eingeschränkt wird", begründete Irene Vogel (UL) ihre Teilnahme.
Von der Polizei gestoppt wurde die Demo am Bertoldsbrunnen, nachdem im schwarzen Block ein paar Böller gezündet worden waren. Die mit grünen Schutzanzügen und Schlagstöcken ausgerüsteten Polizisten, die den Zug in Schach hielten, setzten ihre Helme auf. Einsatzleiter Harry Hochuli rief die Menge durchs Megaphon dazu auf, Gewalt zu vermeiden. Als "Zeichen des guten Willens" wies er seine Leute an, die Helme wieder abzunehmen und ließ den Demonstranten ein Megaphon übergeben. Ein junger Mann mit Ringelmütze und Sonnenbrille nutzte die Gelegenheit für eine ironische Ansprache über einkaufende Menschen und einen Staat, der "mehr Kontrolle, mehr Verbote und härtere Strafen" verordne. Dann ging’s weiter durch Löwen-, Universitäts- und Bertoldstraße. In der Belfortstraße im Sedanviertel mündete die Demonstration in ein Straßenfest, wo bis spät abends zwar laut, aber friedlich gefeiert wurde.
Autor: Heike Spannagel




