Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

11. Juni 2011

230 Schüler zusammengetrommelt

Bei "Move and Groove" begeistern junge Schlagzeuger aus vier Schulen in der ausverkauften Reithalle.

  1. Hochkonzentriert bei der Sache: Trommeln, Klatschen, Aufstampfen – und alles, was sonst noch zu einer tollen Percussionshow gehört. Foto: G. Siefke

OFFENBURG. Trommelwirbel, rhythmisches Klatschen, Aufstampfen im Takt: In der Reithalle ist am Mittwochabend und am Donnerstagvormittag alles geboten worden, was eine ordentliche Percussionshow braucht. Das Besondere: Die 230 Mitwirkenden waren Kinder und Jugendliche der Musikschule, der Theodor-Heuss-Realschule, der Georg-Monsch-Schule sowie der Sophie-von-Harder-Schule in Sasbach.

Daniel Schay, Dietmar Göppert, Peter Heidler und Mario Fritz haben ihre verschiedenen Schlagzeugensembles zusammengetrommelt und für die beeindruckenden Aufführungen unter dem Motto "Move and Groove" fit gemacht. Am Mittwoch wurde tagsüber noch geprobt. Um 19.30 Uhr kam es zum mit viel Spannung erwarteten Auftritt – vor ausverkauften Rängen. Die musikalische Leiterin der Musikschule konnte kaum fassen, was hier auf die Beine gestellt wurde: "Ich bin bewegt", versicherte Petra Lütte. Die Kinder würden über sich hinauswachsen: "Es ist ein Traum, was wir heute erleben dürfen." Mit Energie und ganz viel Herzblut hätten die "vier kreativen Köpfe" ihre Schülerinnen und Schüler motiviert und angeleitet; mit 1000 Euro leistete der Kiwanis-Club seinen Beitrag zum Gelingen und finanzierte den zusätzlichen Einsatz des pädagogischen Personals. Darüber hinaus drehen die Mitglieder der Service-Organisation einen Dokumentarfilm über das gesamte Unternehmen.

Werbung


Monsch-Kids und Basler Trommeln, XXL-Drumming Kids, Percussion-AG und die Rasselbande verstärkt um Thomas Rampp (Akkordeon) und Odelia Silbermann (Gesang): Sie alle gingen hochkonzentriert ans Werk. Ein hartes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Die Konzerte waren vorläufiger Höhepunkt einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Schlagzeug- und Musiklehrer mit jungen Leuten an den entsprechenden Schulen. In all diesen Einrichtungen wird das Trommeln eingesetzt, um einen ersten Zugang zum gemeinsamen Musizieren zu schaffen.

Zugleich sollen soziale Kompetenzen gefördert und Verhaltensauffälligkeiten verringert oder gar beseitigt werden: "Traumatisierte Kinder sind nicht mehr in der Lage, sich rhythmisch in eine Gruppe einzufügen", sagt Peter Heidler, der seit vier Jahren einmal pro Woche mit Grund- und Hauptschülern der Georg-Monsch-Schule trommelt.

"Es ist ein Traum, was wir heute erleben dürfen."

Das praktische Tun soll in dem etwas anderen Unterricht im Vordergrund stehen, die Kinder und Jugendlichen sollen sich als Teil eines Ganzen erleben, für das jeder Verantwortung übernimmt: "Jeder trägt etwas zum Gelingen bei", so Göppert, der in diesem gemeinsamen Tun einen hohen pädagogischen Nutzen sieht. Sich in die Gruppe einfügen, aufeinander hören und zugleich am eigenen Part festhalten – diese Spannung aus Gemeinschaftserlebnis und individueller Ausdruckskraft macht den Reiz und den Wert eines solchen Projekts aus. Hinzu kommt das Erfolgserlebnis, das sich unmittelbar einstellt, wenn das rhythmische Miteinander funktioniert. Geschult werden Eigenschaften wie Disziplin, Genauigkeit und Rücksichtnahme, angereichert um eine ordentliche Portion Kreativität: "Im Vordergrund steht, eigene Musik zu kreieren", sagt Offenburgs Vorzeigeschlagzeuger Daniel Schay, der die Idee zu dem gemeinsamen Auftritt hatte. Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, Jüngere oder Ältere: "Wir grenzen niemanden aus", unterstreicht Heidler. Gerade auch bildungsfernere Schichten werden angesprochen. Das gemeinsame Musizieren könne entwurzelten Kindern Halt geben und der öffentliche Auftritt zu einem besonderen Erlebnis werden, das dem Selbstbewusstsein gut tue. Die beiden Konzerte waren eindrucksvolle Belege dafür.

Autor: Gertrude Siefke


0 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.



Weitere Artikel: Offenburg