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30. Juli 2012

25 Jahre wilde Zeiten mit Walter

Cleopha rockte in Grafenhausen seine Geburtstagsparty mit Freunden / Parallel Ausstellung von Michael Friess und Claus Schenk .

  1. Auch das ist Cleopha: Liveauftritte, wie jetzt beim Jubiläum von der Australierin Kirby Klein mit selbstkomponierten Gitarrensongs. Foto: (2) Corina Lorber

  2. Bleibt mit Cleopha seinem Lebensmotto treu: Walter Holtfoth Foto: Corina Lorber

KAPPEL-GRAFENHAUSEN. Hunderte von Rockfans sind am Samstag auf das Sportplatzgelände des SV Grafenhausen gekommen, um das 25. Jubiläum der mobilen Diskothek Cleopha mit Walter Holtfoth zu feiern.

Das Debüt gab Walter Holtfoth vor 25 Jahren am Apostelsee in Ettenheim. Seither ist der Mann unterwegs auf den Bühnen in Hallen, auf Open Airs, in Kneipen, auf Stadt- und Straßenfesten im ganzen Cleophaland und darüber hinaus. Cleopha 87 ist Synonym für ehrliche, handgemachte Rockmusik und Oldies aus den vergangenen vier Jahrzehnten. Eine fetzig-rockige Alternative zu den berühmt berüchtigten Ü 30-Parties. "Cleopha bedeutet aber auch Livekonzerte verschiedener Bands und Solisten, ohne die es uns DJs nicht geben würde", betonte Holtfoth. Saga, Nazareth und Ähnliche mehr – solche Bands gehören einfach dazu, lautet die Philosophie von Holtfoth, der vor zehn Jahren auch eine eigene Cleopha-Radiosendung gegründet hat. Er mache ja eigentlich den kleinsten Teil des Abends, das Publikum mache das Phänomen, ist er sich sicher. Zum 23. Mal veranstaltete der SV Grafenhausen nun schon die mobile Diskothek auf dem Sportplatz und hatte auch für den Geburtstag dieses Mal alles bestens vorbereitet. In Zelten und an Getränkeständen konnten sich die Besucher auch vor den immer mal wieder eintretenden Regenschauern schützen. Mit Steaks und Grillwurst war zudem für das leibliche Wohl gesorgt.

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Der SV Grafenhausen ist Holtfoth in all den Jahren immer treu geblieben, obwohl es auch viele Tiefs mit Cleopha gegeben hat, dafür sei er dem Verein sehr dankbar. "Hätte man mir damals gesagt, dass ich in 25 Jahren immer noch hier stehe, hätte ich ihn für verrückt erklärt", sagte Holtfoth und lachte auf die Frage, ob er mit dieser Entwicklung von Cleopha gerechnet hatte. Holtfoth sagt über sich selbst, dass er in den 25 Jahren "für Cleopha gelebt" hat. "Es gab viele schöne Zeiten, aber auch schlechte, weil ich den Weg so gnadenlos ohne Kompromisse gegangen bin", resümiert der Rockfan Walter Holtfoth. Sehr wichtig findet er es, die richtigen Partner an der Seite zu haben. Seit mittlerweile fünf Jahren könne er sich bedingungslos auf die Jungs von Backslash-Events verlassen, die für den Aufbau und die komplette Technik sorgen.

Cleopha hatte sich aufgrund der schlechten Wettervorhersagen entschieden, auf das angekündigte Bandprogramm mit Konzerten von AC/ID und CROW7 zu verzichten. "Eine bittere Pille", befand Holtfoth, "aber die muss einfach geschluckt werden". Kirby Klein hat aber als Kirbanu ihre Show bekommen. Die Australierin begeisterte an der Gitarre trotz einsetzenden Regenschauern mit selbst komponierten Liedern das Publikum. Anschließend ließ es Holtfoth in gewohnter Weise als DJ krachen. Musikalisch war das Angebot geprägt von den Klassikern der Rockmusik von AC/DC über Bap, City, Chris de Burgh, Deep Purple, Manfred Man, Supertramp, Toto bis hin zu Status Quo und ZZ Top. Auch die Rockmusik der heutigen Tage kam nicht zu kurz. Der Abend ließ keine Wünsche der Classic-Rock-Fans offen und die Stimmung war bestens.

Ein weiterer Traum erfüllt: "Kunstgriff-Events"

Mit dabei waren auch zwei gute Freunde von Holtfoth. Michael Friess als German Pop-Art und Claus Schenk als Modern-Art-Künstler hatten eine Auswahl ihrer Werke ausgestellt. In den mit Spachteltechnik gestalteten Bildern von Schenk aus der vertechnisierten Welt findet der Betrachter gesammelte Eindrücke – Momentaufnahmen – in intensiver Farbgestaltung festgehalten. Zahlreiche Galerien in In- und Ausland verkaufen Werke von Claus Schenk.

Walter Holtfoth, der seit einiger Zeit in Rheinland-Pfalz lebt, hat sich mit der Gründung von "Kunstgriff-Events" einen weiteren Traum erfüllt. Seit Januar betreut und stellt er mit inzwischen neun Kollegen Kulturprogramme und Veranstaltungen für die Pfalzregion zusammen.

Und auch dort lebt Walter Holtfoth nach seiner Philosophie: "In Tagen des Internets, der Konserve und der Bequemlichkeit gilt es zu untermauern, dass es ohne Musiker auf der Bühne keine MP3s und keine Videoclips gibt, ohne Schriftsteller keine Bücher, ohne Maler keine Bilder, ohne Kultur keine Lebensqualität und somit keinen Freizeitwert einer Region."

Autor: Corina Lorber