Eishockey

3:8-Heimklatsche für die Wild Wings

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

So, 16. Dezember 2018 um 19:33 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Herbes Tief nach kleinem Hoch: Die Schwenninger blamieren sich im Heimspiel gegen Nürnberg am Sonntagabend mit 3:8 und entwerten den am Freitag in Berlin erkämpften 3:1-Erfolg.

EISHOCKEY. Das Hoch dauerte nur kurz. Dem umjubelten 3:1-Erfolg vom Freitagabend in Berlin ließen die Wild Wings am Sonntag vor 3300 Zuschauern eine deftige 3:8-(2:2, 1:3, 0:3)-Heimniederlage gegen die Nürnberg Ice Tigers folgen. Zu der Schwenninger Defensivschwäche kamen indisponierte Schiedsrichter. "Never change a winning team", befand Trainer Paul Thompson nach dem Erfolg in der Bundeshauptstadt: Die Wild Wings agierten am Sonntag in unveränderter Aufstellung. Genutzt hat es nichts.

Früh mussten zwei Nürnberger auf die Strafbank. Die Schwenninger agierten in doppelter Überzahl. Mirko Höfflin scheiterte zunächst noch an Nationaltorwart Niklas Treutle und auch Vili Sopanen brachte den Puck nicht im Gästetor unter. Doch dann legte Anthony Rech Nationalstürmer Höfflin sehr schön auf und der versenkte die Scheibe mit seinem vierten Saisontor zum 1:0. Die Ice Tigers kamen mit ihrer ersten Chance durch Daniel Weiß zum Ausgleich. In der elften Minuten ging der SERC aber erneut in Front. Istvan Bartalis war um das gegnerische Tor herumgekurvt und hatte nach einer Drehung technisch stark abgeschlossen. Andrée Hult vergab für die dominierenden Schwäne das mögliche 3:1. Stattdessen markierten die Nürnberger den Ausgleich.

45 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da markierte Giliati nach schönem Zuspiel von Marcel Kurth das 3:2. Doch die Franken hatten wieder die passende Antwort parat. Reimer zog ab und im Nachschuss war erneut Weiß erfolgreich. Und es kam noch besser für die Nürnberger. Shawn Lalonde zog ab und Brandon Segal hielt erfolgreich seinen Schläger in den Schuss, da gab es für Strahlmeier wieder nichts zu halten. Dann rückten mehr und mehr die Schiedsrichter in den Mittelpunkt. Nach einer umstrittenen Strafzeit im ersten Drittel musste nun auch Wild-Wings-Kapitän Simon Danner nach einem fairen Check in die Kühlbox. Nürnberg nahm das Geschenk an, Dane Fox traf in Überzahl zum 5:3 für die Nürnberger.

Philip McRae vergab zu Beginn des letzten Drittels gegen den reaktionsschnellen Treutle. Anschließend agierten die Schwenninger in Überzahl, Kurth vergab. Dann bei fünf gegen fünf aber wieder schwaches Abwehrverhalten der Schwäne, Chad Bassen bediente Will Acton, der an alter Wirkungsstätte mit seinem fünften Saisontor zum 6:3 traf. Dann traten die schwachen Referees wieder in den Vordergrund, Bittner kassierte zwei plus zwei Strafminuten. Die Nürnberger nahmen wieder das Geschenk an, allerdings unter gütiger Mithilfe von Torhüter Strahlmeier, der die Scheibe zum 3:7 durchrutschen ließ. Dann musste Bittner nach einer Aktion gegen Oliver Mebus ebenfalls umstritten mit fünf Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe endgültig vom Eis.

"Aufhören, aufhören", skandierten die SERC-Fans. Daniel Weiß, der einst in Schwenningen das Eishockey spielen erlernte, erzielte sein drittes Tor zum 3:8. Wütend verließ Strahlmeier den Schwenninger Kasten, für ihn kam in den letzten zwei Minuten Wölfl. An der herben 3:8-Heimniederlage änderte das nichts.

Schwenningens Trainer Paul Thompson hatte am Donnerstag nach der 2:5-Pleite gegen Bremerhaven durchgegriffen: Rihards Bukarts und Tobias Wörle mussten zu Hause bleiben. Auch der junge Boaz Bassen stand in der Hauptstadt nicht im Kader, Thompson spielte nur mit 18 Feldspielern. Auf der Ersatzbank saß Goalie Luis Benzing, im Tor stand Dustin Strahlmeier. Der Erfolg gab dem Coach recht: Die Wild Wings gewannen mit 3:1 in Berlin.

Zu Beginn des zweiten Drittels agierten die Schwenninger in Überzahl und gingen im Powerplay in Front. Mirko Sacher war mit einem knallharten Schlagschuss erfolgreich. Die Freude der 100 mitgereisten SERC-Fans währte nur 33 Sekunden, da markierten die Berliner den Ausgleich. Die Eisbären machten danach richtig Druck, die Schwenninger kamen minutenlang nicht aus der eigenen Abwehrzone. Doch mitten in diese Berliner Drangphase hinein, erzielten die Neckarstädter die 2:1- Führung. Ausgerechnet der finnische Verteidiger Jussi Timonen, der in dieser Saison bislang so arg enttäuscht hatte, konnte nach schönem Zuspiel von Marcel Kurth sein erstes Saisontor bejubeln. Zu Beginn des Schlussdrittels mussten die Schwenninger wieder in Unterzahl spielen. Eisbären-Topscorer MacQueen zog ab, Strahlmeier stand aber wieder richtig.

Und dann schafften die Wild Wings sogar die 3:1-Führung. SERC-Topscorer Ville Korhonen verlud nach Zuspiel von Sopanen mit seinem siebten Saisontor Goalie Poulin. Anschließend spielten die Schwenninger aber schon wieder in Unterzahl. Doch den Berlinern gelang mit einem Mann mehr auf dem Eis nichts, die Pfiffe von den Rängen wurden lauter. Und am Ende jubelten die Wild Wings über einen 3:1-Sieg in der Bundeshauptstadt.

Bereits am Dienstag, 19.30 Uhr, gastieren die Wild Wings bei den Krefeld Pinguinen.