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30. Januar 2012

30 alte Nähmaschinen für Uganda

Viele Mitstreiter für das Rainbow House of Hope / Am Wochenende wurde bei der Firma Hauser für die Abreise gepackt.

  1. Absolut funktionstüchtig sind die mechanischen Nähmaschinen. Foto: Marlies Jung-Knoblich

  2. Freiwillige Helfer packten tatkräftig mit an, um die 30 alten Nähmaschinen und weiteres Hilfsmaterial sorgfältig für die Abreise zu verpacken. Foto: Marlies Jung-Knoblich

  3. Firmenchef Stefan Hauser kümmerte sich um den Transport des Materials fürs Rainbow House nach Uganda. Foto: Marlies Jung-Knoblich

FAHRNAU. Kleiner Aufruf, große Wirkung: Ende vergangenen Jahres bat Susanne Fink, Vorsitzende des Vereins "Rainbow House of Hope, Uganda", die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach ausgedienten, mechanischen Nähmaschinen. Die Resonanz war großartig. Es kamen 30 alte Nähmaschinen zusammen, "alle in tadellosem Zustand", freut sich Vereinsmitglied Stefan Hauser.

In einer Halle seiner Firma in der Grienmatt in Fahrnau wurden diese Nähmaschinen am Samstag "versandtauglich" gemacht. Zahlreiche Helfer hievten sie vorsichtig in Holzkisten, die vorher sorgfältig mit Verpackungsmaterial ausgepolstert wurden. Es sind längst nicht nur alte Nähmaschinen, die sich auf die lange Reise nach Uganda machen. Firmenchef Stefan Hauser ist Mitglied im Verein "Rainbow House of Hope" und koordinierte den Einsatz. Das Rainbow House in der Nähe der ugandischen Hauptstadt Kampala kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die aus schwierigen Familienverhältnissen stammen. Der Näh-Workshop für junge Mädchen ist eines der neuesten Projekte. Stefan Hausers Frau Annette war im September persönlich im Rainbow House und hat sich auch einen Eindruck vom Näh-Projekt gemacht, für das eigens ein Schuppen gebaut werde. "Da in Uganda oft der Strom ausfällt, werden mechanische Nähmaschinen gebraucht", weiß Stefan Hauser. Die 30 Prachtexemplare, die Montag früh auf die Reise gehen werden, stammten alle aus dem Landkreis Lörrach. Mitglieder des Schlattholzzinkens, zu denen auch Stefan Hauser zählt, haben geholfen, die Nähmaschinen bei den Besitzern abzuholen und sie bis zur Abreise zwischenzulagern.

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Mehr als nur Nähmaschinen im Container nach Uganda

Um den Transport kümmert sich federführend Stefan Hauser, der einen guten Draht zur Basler Firma MR Spedag hat, die sich bereit erklärt habe, das Material nach Uganda mitzunehmen. In Kampala hat das Unternehmen eine Niederlassung. Damit es sich "lohnt", wird der Container mit einem Fassungsvermögen von rund 35 Quadratmetern noch mit anderen Dingen für das Rainbow House befüllt. Ein Lehrer-Ehepaar in Bayern habe Schulutensilien – vom Ranzen bis zum Radiergummi – für die 70 Kinder im Rainbow House gesammelt, die bei ihrer Schulausbildung vom Verein unterstützt werden. Die Kontakte knüpfte Micheal Mwase, Leiter des Rainbow House of Hope, der schon des öfteren zu Besuch in Schopfheim war und der sich stets auf Tour begibt, um für das Haus in Uganda die Werbetrommel zu rühren. Mit Erfolg, wie die Initiative des Lehrer-Ehepaars aus Bayern zeigt. Mit im Container sind auch 14 000 Meter Stoff, den die Firma KBC spendete, ein Gelände-Motorrad von Daniel Zettler, das sich Micheal Mwase gewünscht habe, Stapelstühle von der Firma Sedus Stoll und Posaunen, Trompeten und Pauken einer Rheinfelder Guggemusik. Von der Guggemusik stammen auch Uniformjacken, die ebenfalls mit auf die lange Reise gehen. Heute um 7 Uhr wird der Container von der Basler Firma abgeholt, um nach Antwerpen gefahren zu werden. Am 9. Februar dann kommt er aufs Schiff und 35 Tage später sei er in Mombasa (Kenia), weiß Stefan Hauser. Über Land gehe es dann nach Kampala. Es sei gut zu wissen, dass die Basler Firma Leute vor Ort habe, die den Container in Empfang nehmen werden.

Drei Wochen insgesamt haben die Vorbereitungen gedauert, schätzt Stefan Hauser. Am Freitag sei das gesammelte Material – was über zwei Wochen gedauert habe – vom Schlattholzschuppen in die Halle transportiert worden. Am Samstag wurde gepackt, wobei um die 20 freiwillige Helfer tatkräftig mit anpackten. Darunter auch die beiden Schopfheimer Medizinstudenten Julian Köhler und Simone Weichhardt, die in Kürze ein achtwöchiges Praktikum in einem Krankenhaus nördlich von Kampala machen werden. Bei der Gelegenheit wollen sie sich auch das Rainbow House of Hope ansehen, erklärte Julian Köhler. "Es war unser Wunsch, nach Afrika zu gehen", erzählt Julian Köhler. Von Susanne Fink erfuhren sie vom Rainbow House in Uganda.

Autor: Marlies Jung-Knoblich