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27. Februar 2016

300 Jahre im Dornröschenschlaf

Wie der Neuenweger Weidewart Erwin Eiche die Holderschanze entdeckt hat / Eine neue Attraktion für das Kleine Wiesental.

Schon als Kind hat Erwin Eiche aus Neuenweg die umliegenden Wälder, Hänge und Berge kennengelernt: "Als Lausbuben sind wir viel da oben gewesen", erzählt er, und mit "oben" meint er den Bergrücken, der sich von der Passhöhe Hau bis zum Holderkopf Richtung Bürchau zieht. Auf die Idee, dass hier einst Hunderte Soldaten stationiert waren und im Sommer in Biwaks schliefen, darauf wäre er nicht gekommen.

Und so schlummerte der archäologische Schatz weiter. Bis Erwin Eiche sehr viele Jahre später als Weidewart erneut das Gelände besuchte. "Schon mein Vorgänger hat gemeint, dass da etwas ist", erzählt Eiche. Aber was genau – davon ahnten beide nichts, nur dass es durch die Steinhaufen, Erdwälle und Terrassen wohl etwas mit der bestens dokumentierten Viereck- und Sternschanze am Hau zu tun hatte. Der Wald hatte außerdem genug Zeit, die Spuren menschlichen Schaffens zu überwuchern. Daher fehlt heute bei Luftaufnahmen der Blick auf das Werk barocker Sicherheitspolitik. Um das Jahr 1700 dürfte die Gegend aber noch so gut wie waldfrei gewesen sein.

Dann der Zufall im Februar 2016: Erwin Eiche trifft Werner Störk in Schopfheim, spricht ihn an und erzählt ihm von den Beobachtungen im Wald. Der Rest ist bekannt: Störk fährt nach Neuenweg, schaut sich alles an und bringt es in Verbindung mit den Nachbarschanzen, jeweils nur wenige hundert Meter entfernt. Vergleiche mit Lidaraufnahmen beseitigen letzte Zweifel: Hier handelt es sich offenkundig um ein komplettes System der Habsburger Verteidigung. Ein Novum.

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Wie es nun weitergeht, ist offen. Sobald der Schnee weg ist, soll alles vermessen werden. Sicher ist schon jetzt: Das Kleine Wiesental ist um eine Attraktion reicher.

Autor: dsa