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15. Juli 2009 05:00 Uhr
Passivhochhaus: Tücken eines Pilotprojekts
Pilotprojekte haben ihre Tücken – zum Beispiel die, dass man als Erster mit den Schwierigkeiten zu kämpfen hat, aus denen dann andere lernen dürfen. Ganz gut ist das derzeit in Sachen Passivhochhaus zu besichtigen, meint BZ-Redakteurin Simone Lutz.
Bei dem energetisch vorbildlichen Projekt knirscht es – natürlich – da, wo es ums Geld geht. Wer soll Mehrkosten bezahlen? Nicht nur Bund, Land und Stadt, sondern auch die Mieter, hat der Gemeinderat gestern beschlossen. Bislang allerdings geht die Rechnung noch nicht auf: Die 90 Mietparteien, die bislang in der Bugginger Straße 50 lebten, haben ihrem Hochhaus praktisch alle Adieu gesagt – entweder, weil sie eine passende neue Wohnung gefunden haben und nicht nochmal zurückziehen wollen, oder aber tatsächlich, weil sie für eine kleinere (und bessere) Wohnung nicht relativ mehr Miete pro Quadratmeter zahlen wollen als bislang – da ziehen sie lieber gleich in einen Neubau. Ihr Ziel, die Hochhausmieter zu halten, hat die Stadtbau damit erstmal verfehlt. Allerdings: Nebenan werden nochmals zwei Häuser saniert – deren Bewohner, so die Kalkulation, können dann ja in Sanierungszeiten ins dann fertige Passivhochhaus ziehen. Auf jeden Fall ist das Interesse, im neuen Modellprojekt zu leben, derzeit nicht gerade überwältigend. Das kann noch anders werden. Trotzdem zeigt die Abstimmung mit den Füßen in der Bugginger Straße wieder einmal, woran es in Freiburg immer noch und immer wieder fehlt: an günstigem Wohnraum – und zwar nicht nur an relativ günstigem.
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Autor: Simone Lutz
