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01. August 2015 00:02 Uhr

Überblick

Woher kommen die Flüchtlinge im Südwesten?

Baden-Württemberg muss sich um 13 Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland kümmern. Die meisten Asylantragssteller kommen aus Syrien, viele aber auch aus Albanien. Eine Übersicht.

  1. Ankunft in der Unterkunft: ein Flüchtlingskind Foto: Ruda

Laut dem Königsteiner Schlüssel, nach dem in Deutschland ankommende Flüchtlinge auf die Bundesländer verteilt werden, muss sich Baden-Württemberg um 13 Prozent aller Flüchtlinge in Deutschland kümmern. Im Jahr 2015 sind laut der Statistik des Integrationsministeriums in Stuttgart bereits 22.050 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg gekommen. Das ist fast schon so viel wie im ganzen vergangenen Jahr 2014: Da waren es 25.673. In diesem Jahr wird die Zahl bis zum Ende des Jahres also noch viel höher liegen. Gerechnet wird mit mindestens 50.000 bis 80.000 Flüchtlingen. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 kamen lediglich 1872 Flüchtlinge in den Südwesten. Allerdings lag die Zahl auch schon einmal ähnlich hoch: 1992 kamen 51.609 Flüchtlinge.

Infografik: Woher kommen die Flüchtlinge im Südwesten?

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Die meisten Flüchtlinge, die derzeit nach Baden-Württemberg kommen, stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. 994 Syrer und Syrerinnen haben im Juni 2015 im Südwesten einen Erstantrag auf Asyl gestellt – das entspricht einem Fünftel (20,2 Prozent) der Flüchtlinge in Baden-Württemberg. Darauf folgen Flüchtlinge aus den Ländern Albanien (Juni 2015: 13,1 Prozent), Irak (9,6 Prozent), Mazedonien (8,4 Prozent), Serbien (6,8 Prozent) und Afghanistan (6,2 Prozent). Nicht in all diesen Ländern herrscht Krieg. Asyl-Anträge von Serben, Kosovaren und Albanern haben in Deutschland meistens keinen Erfolg. Die Zahl der Flüchtlinge aus dem Kosovo ist in den vergangenen Monaten deshalb auch rasant zurückgegangen: Im Februar 2015 waren es noch 2063, im Juni nur noch 95.

Viele Menschen fliehen aber dennoch, um Armut und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat zu entkommen. 5,3 Prozent aller Flüchtlinge in Baden-Württemberg kamen im Juni 2015 aus Gambia, 4,2 Prozent aus Eritrea. In Eritrea ist die Menschenrechtslage sehr schlecht, auch in Gambia wird sie kritisiert.

Bundesweit sieht die Statistik der Herkunftsländer übrigens ganz ähnlich aus: In ganz Deutschland kamen im Juni 2015 die meisten Flüchtlinge aus Syrien, Albanien und Afghanistan.

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Autor: Ines Alender