112 Wohnungen stehen leer

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 27. August 2018

Aargau

Döttingen hofft auf Zuzug.

DÖTTINGEN/AARGAU (az). Zum 1. Juni 2018 standen im Kanton Aargau 8437 Wohnungen leer. Damit stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 1114 Einheiten oder um 15,2 Prozent. Besonders markant fiel die Zunahme in der nahe der Grenze und Waldshut gelegenen Gemeinde Döttingen aus. Mitte 2017 standen 34 Wohnungen leer, neu sind es 112. Das entspricht einer Zunahme von 229 Prozent. Beginnt nach dem Anstieg des Steuerfußes nun die Steuerflucht? Von 2008 bis 2012 war Döttingen mit seinen 60 Prozent ein Steuerparadies. Mittlerweile liegt der Steuerfuß bei 110 Prozent. "Wir erleben keine Steuerflucht", sagt Gemeindeammann Peter Hirt. "Es gibt einen klaren Grund für den Anstieg: Viele Neubauten sind jetzt fertiggestellt und frisch auf dem Markt." Ein zweiter Blick auf die Statistik des Kantons gibt Hirt recht: Von den 112 leerstehenden Wohnungen sind 83 Neubauten. Im Vorjahr waren es bloß sechs.

"Die Einwohnerzahl Döttingens steigt", sagt Hirt, "in den letzten drei Monaten verzeichneten wir rund 100 Zuzüger und knacken nun bald die 4000er-Marke." Hirt ist zuversichtlich, dass die Zahl der Leerstände bald zurückgeht.

Auch laut Dunja Kovari liegt der Grund für die leer stehenden Wohnungen in der starken Bautätigkeit. Die Raumplanerin des Gemeindeverbands Zurzibiet Regio sagt: "Die Zahl des Kantons ist eine Momentaufnahme. Sie deckt sich nicht mit dem, was wir in der Region beobachten." Kovari glaubt nicht an eine verzögerte Reaktion aufgrund der Steuererhöhungen. "Die Steuern spielen nur bei den Superreichen eine Rolle, bei den Einkommensklassen, die sich in Döttingen niederlassen, ist das kein entscheidender Faktor."