Aargau will Aprikosenanbau ausbauen

sda

Von sda

Di, 28. August 2018

Aargau

600 Bäume werden im Herbst gepflanzt, in einigen Jahren sollen neun Tonnen geerntet werden.

AARAU (sda). Der als "Rüebli"-Kanton bekannte Aargau setzt auf den Anbau von Aprikosen. Im Seetal sollen die Aprikosen auf der schweizweit größten Anbaufläche unter Folientunnel wachsen. Die 120 Meter langen und neun Meter breiten Folientunnel sind bereits errichtet. 600 Aprikosenbäume werden in diesem Herbst gepflanzt. In fünf bis sechs Jahren wird mit einer Ernte von rund neun Tonnen gerechnet. Der Aargau ist derzeit der viertgrößte Schweizer Produzent von Aprikosen. Unbestrittener Leader ist der Kanton Wallis. Im Aargau soll die Anbaufläche in den nächsten vier Jahren auf zehn Hektar verdreifacht werden.

Die Technik, Aprikosen unter Folientunnel anzubauen, schone die Ressourcen und schütze vor Frost sowie Hagel, sagte Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth am Montag in Hallwil vor Medien. Dank der Direktvermarktung der Früchte bleibe ein großer Teil der Wertschöpfung im Kanton. Die beiden Landwirte im Seetal, die nach Investitionen von je 50 000 Franken auf Zusatzeinnahmen hoffen, erhalten fachliche Unterstützung von der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope Conthey VS und vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick AG. Zwar werden in den Tunnel keine Bio-Früchte hochgezogen. Aber der Einsatz von chemischen Hilfsmitteln solle möglichst gering sein, hieß es. Die beiden Institutionen helfen mit, Aprikosensorten zu züchten, die besonders robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten sind.

Die dauerhaften Folientunnel schützen die sensiblen Aprikosenbäume vor allem während der Blütezeit vor Schädlingen und Pilzbefall. In jedem der Tunnel werden verschiedene Aprikosensorten gepflanzt. Die Folientunnel sollen auch verhindern, dass die Erträge stark schwanken.

Die Aprikose ist ein Steinobst, das im Idealfall auf kleiner Fläche einen sehr großen Ertrag bringt. Die Landwirte erhielten nach Rücksprache mit den Kantonsbehörden von den Standortgemeinden Seengen und Egliswil rasch die Bewilligung für die Errichtung der dauerhaften Folientunnel. Für die Bewässerung der Bäume stehe eigenes Quell- und Regenwasser sowie Grundwasser zur Verfügung, versicherten die beiden Landwirte.