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20. Juni 2012

Atomkraftwerk Beznau

Die Schweißnaht macht Probleme

Im Atomkraftwerk Beznau werden bei der Revision Unregelmäßigkeiten im Reaktordeckel festgestellt.

  1. Das dienstälteste Atomkraft der Welt: das AKW Beznau unweit der deutschen Grenze Foto: AXPO

DÖTTINGEN/WALDSHUT (sda/BZ). Bei der Jahresrevision des Schweizer Atomkraftwerks Beznau ist eine Unregelmäßigkeit an einer Schweißnaht im Innenteil des Reaktordeckels von Block 1 festgestellt worden. Die Schweißnaht werde nun verstärkt, teilte der Betreiber, der Energiekonzern Axpo mit. Das Atomkraftwerk Beznau liegt weniger als zehn Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Atomkraftgegner in Deutschland und der Schweiz fordern seit Jahren die Abschaltung des Atomkraftwerks Beznau. Die Notstromversorgung sei unzuverlässig, Reaktordeckel und die Stahlummantelung wiesen Risse auf, bemängeln die Kritiker.

Der Energiekonzern Axpo widerspricht dem. Die Sicherheit habe für das Unternehmen die höchste Priorität. Der Konzern investiert derzeit 700 Millionen Franken in die Atommeiler – unter anderem in zwei neue Gebäude mit vier Notstromdieselanlagen. Bei der Atomkatastrophe von Fukushima war ein zentrales Problem gewesen, dass neben der normalen Stromversorgung für die Kühlung der Reaktoren auch die Notstromaggregate durch den Tsunami zerstört worden waren. Nach Angaben des Betreibers würden die Reaktordruckdeckel ausgewechselt, aber nicht weil sie defekt seien, sondern weil in vergleichbaren Anlagen Ermüdungserscheinungen beobachtet worden seien.

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Bei der seit 18. Mai laufenden Revision kämen die Fachkräfte der Axpo planmäßig voran, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Eine spezielle Herausforderung sei der Einbau des neuen Rundlaufkrans im Sicherheitsgebäude gewesen. Der Kran kann bis zu 100 Tonnen schweres Material transportieren.

Ersetzt wurden unter anderem ein Teil der Frischdampfleitungen, Leitungen des primären Nebenkühlwassers, die Kondenserreinigungsanlage der Turbine, die Kondensatoren der Schutzleittechnik im Notstandssystem und diverse Niederspannungskomponenten in der Stromverteilungsanlage. 300 Fachkräfte aus dem In- und Ausland unterstützen die 500 Axpo-Mitarbeiter bei den Arbeiten. Die Revision soll mit der Freigabe durch das eidgenössische Nuklearsicherheitssinspektorat im Juli abgeschlossen werden.

Störungen an einer der beiden Reaktorpumpen im Block 2 des Atomkraftwerks Beznau haben Ende März zu einer dreiwöchigen Abschaltung des Atommeilers geführt. Das Atomkraftwerk Beznau, gelegen auf einer künstlichen Insel in der Aare, ist das weltweit älteste laufende Kernkraftwerk, nachdem Ende Februar das britische Werk Oldbury abgeschaltet wurde. Seit 1969 und 1971 sind in Beznau die Druckwasserreaktoren 1 und 2 in Betrieb.



Energiekonzern Axpo Verdient Weniger

Der Energiekonzern Axpo hat im ersten Geschäftshalbjahr 2011/12 zwar mehr umgesetzt. Der Gewinn sank jedoch um 3,9 Prozent auf 441 Millionen Franken. Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen hervor. Der Konzern steigerte seine Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr um 333 Millionen Franken auf 3663 Millionen. Das operative Betriebsergebnis ging um 61 Millionen auf 450 Millionen Franken zurück, das Unternehmensergebnis erreichte mit 441 Millionen Franken annähernd das Niveau das Vorjahresergebnis. Für das weitere Geschäftsjahr rechnet Axpo mit anhaltend ungünstigen Entwicklungen an den Energiemärkten. Hinzu komme die Unsicherheit wegen der Eurokrise. Daher sei es nicht möglich, eine Ergebnisprognose abzugeben.  

Autor: BZ

Autor: bz