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20. Januar 2012 19:38 Uhr

Atommüll

Endlager-Suche in der Schweiz: 20 mögliche Standorte

Die Entsorgungsgesellschaft Nagra hat 20 mögliche Standorte für ein mögliches Endlager in der Schweiz genannt. Einige befinden sich in der Nähe zur deutschen Grenze.

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) in der Schweiz hat die ersten 20 Namen von Standortgemeinden für ein mögliches Endlager in der Schweiz genannt. Nach Angaben der Nagra handelt es sich dabei um Vorschläge, keineswegs um Festlegungen, die Regionen könnten eigene Standorte benennen. Im Dezember hatte die Nagra die Liste der Aufsichtsbehörde, dem Bundesamt für Nuklearsicherheit in Bern vorgelegt, nun wurden sie der Öffentlichkeit präsentiert. Für die Nagra stellt die Liste eine "Diskussionsgrundlage" dar, damit sei keinerlei Vorfestlegung verbunden.

Die Nagra eröffnet damit die zwei Phase ihrer Standortsuche. In der ersten war der Untergrund der gesamten Schweiz auf Formationen hin untersucht worden, die sich für ein Endlager eignen. Neben dem Granit am Wellenberg im Kanton Nidwalden für schwach- und mittelaktiven Müll fanden sich fünf Zonen, in denen die Tonschicht mächtig genug ist für ein Endlager. Für die Gebiete Jura-Ost am Bözberg (Kanton Aargau), Jura-Südfuß (Aargau/Solothurn), Nördlich Lägern (Zürich/Aargau) und Zürich Nordost (Zürich/Thurgau) wurden nun jeweils vier Flächen für den Bau des oberirdischen Gebäudekomplexes vorgeschlagen, für den Bereich Südranden (Schafhausen) lediglich drei. An den Standorten werden jeweils eine Halle für das Umpacken der Abfälle in die Endlagerbehälter sowie Räume für Technik, Energieversorgung, die Bahnanlage und das Personal sowie ein Besucherzentrum errichtet.

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Umstritten ist vor allem der Bau der Umpackanlage

In dieser zweiten Phase werden auch die Regionen näher untersucht und dadurch die Lagerstätte in 400 bis 900 Metern Tiefe eingegrenzt. Bei dieser näheren Untersuchungen könnten sich auch einzelne Standorte als ungeeignet erweisen. In dieser Phase sind die Bürger über Regionalkonferenzen an allen Planungsschritten beteiligt, inklusive der deutschen Seite sowie der Umweltverbände. Diese Regionalkonferenzen sollen nun bis Ende 2012 für jedes der sechs Gebiete jeweils einen Standort ermitteln, der dann konkret in die weitere Planung geht.

Trotz dieser Beteiligung gab es erste Kritik an den bekannt gewordenen Plänen. Umstritten ist vor allem der Bau der Umpackanlage. Kritiker sähen es lieber, wenn der Müll bereits im bestehenden Zwischenlager in Würenlingen im Kanton Aargau, wo sie 30 Jahre lang abkühlen, in die Endlagerbehälter umgepackt werden würden. Das aber, sagt die Nagra, würde die Zahl der Transporte erhöhen.



In den kommenden vier Jahren wird zunächst die Untersuchung der sechs ausgewählten Standortregionen weitergehen. In dieser Phase soll die Nagra die Zahl der Standortgebiete weiter eingrenzen. Parallel sollen auch die Standorte für die oberirdische Anlage ausgewählt werden, wobei diese nicht zwingend direkt über dem Tiefenlager liegen müssen. Am Ende dieser Phase muss die Nagra der Regierung in Bern zwei Standorte für hochaktiven und zwei Standorte für schwach-und mittelaktiven Abfall vorschlagen. In etwa zehn Jahren soll der Standort dann in einer Volksabstimmung festgelegt werden.

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Autor: Franz Schmider