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31. Januar 2012
Mit Javel gegen Bakterien
Atomkraftwerk Leibstadt darf Desinfektionsmittel einsetzen.
WALDSHUT/LEIBSTADT (sda). Das Atomkraftwerk Leibstadt darf Legionellenkeime im Kühlwasser mit Javelwasser (Natriumhypochlorit) bekämpfen. Die Schweizer Atomaufsichtsbehörde Ensi hat dem Einsatz von Javelwasser mit Auflagen die Freigabe erteilt. Der Einsatz ist jedoch auf sechs Monate begrenzt.
Das Atomkraftwerk Leibstadt muss zudem die Anstrengungen zur Ursachenermittlung für den Befall des Hauptkühlkreislaufs durch Legionellen weiterführen, teilte das eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat am Montag mit.
Die Ergebnisse müssen bis zum 30. November den beteiligten Behörden mitgeteilt werden. Das Atomkraftwerk muss zudem die Einleitbedingungen laut der Gewässerschutzverordnung einhalten. Die Behörden rheinabwärts, besonders die Wasserwerke, müssen über Einsätze informiert werden.
Im Atommeiler Leibstadt waren Ende Juni 2011 im geschlossenen Kühlsystem Legionellen entdeckt und mit 16 Tonnen Desinfektionsmittel bekämpft worden. Das Desinfektionsmittel war später behandelt und dosiert in den Rhein geleitet worden.
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Das Ableiten der Stoffe in den Rhein stieß im Juli in Deutschland auf Kritik. Die deutschen Behörden bemängelten die späte Information. Diesmal war auch das Landratsamt Waldshut bei der Freigabe involviert.
Zudem waren die Bundesämter für Gesundheit und für Umwelt sowie die Kantone Aargau, Basel-Stadt und Basel-Landschaft beteiligt. Die Legionellen – im Wasser lebende Stäbchenbakterien – sind die Erreger der Legionärskrankheit.
Das Atomkraftwerk verzeichnete nach der Desinfektion einen erneuten Anstieg von Legionellenkeimen. Im Oktober 2011 stellte das Atomkraftwerk Leibstadt einen Antrag zur regelmäßigen Desinfektion mit Javelwasser. Diesem Antrag stimmte das Ensi nun zu.
Autor: sda
