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13. Januar 2010
Raffinerie für Biodiesel kommt
In Bad Zurzach
WALDSHUT-TIENGEN/BAD ZURZACH (mhe). Der Plan, Biotreibstoff aus Fritösenöl in Full-Reuenthal zu kochen, ist vorerst aufgeschoben. Dafür soll vom kommendem Jahr an in Bad Zurzach Biodiesel aus aargauischen und afrikanischen Ölpflanzen raffiniert werden. Auf dem ehemaligen Betriebsareal der Solvay soll für 80 Millionen Franken die größte Biodiesel-Produktionsstätte der Schweiz entstehen. 130 Millionen Liter aus Schweizer Raps und der aus Mosambik importierten afrikanischen Ölpflanze Jatropha hergestelltem pflanzlichen Diesel sollen dann jährlich aus der Zurzacher Raffinerie fließen. Die Menge entspricht rund fünf Prozent des jährlichen Dieselverbrauchs der Schweiz.
Gemeinde und Kanton haben der Green Bio Fuel AG Schweiz Ende Dezember die Baugenehmigung dafür erteilt. Die Firma will 80 Millionen Franken in das Projekt investieren und rechnet bis zum Start mit einer Bauzeit von einem Jahr.
Die für das Vorhaben nötige Umweltverträglichkeitsprüfung ist erstellt und liegt bis 3. Februar bei der Bauverwaltung Bad Zurzach öffentlich aus. Stehen wird die neue Anlage auf dem zwei Kilometer vom Zurzacher Ortskern entfernten ehemaligen Gelände der Solvay am Rhein.
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Die Biotreibstoffproduktion in Bad Zurzach soll laut Green Bio Fuel "kaum Auswirkungen auf die Umwelt" haben. Nahezu die gesamte Anlieferung wird per Bahn abgewickelt. Als Rohstoffe beabsichtige die Firma Rapsöl aus heimischer Produktion sowie Jatropha-Öl aus Mosambik einzusetzen. Die Rapsproduktion eröffnet der einheimischen Landwirtschaft zusätzliche Absatzmöglichkeiten.
Die Bad Zurzacher Gemeindeverwaltung steht dem Biodiesel-Projekt positiv gegenüber. "Selbstverständlich setzen wir nach wie vor primär auf den Bereich Wellness, Gesundheit und Tourismus", so Gemeindeammann Franz Nebel zur Aargauer Zeitung. "Eine Biodiesel-Anlage liegt sicher im Grenzbereich. Aber sie verträgt sich mit dem Kurort", so Gemeindeammann Franz Nebel.
Autor: bz
