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10. März 2010
Weichenstellung für neues Kernkraftwerk
Aargau geht Beznau-Projekt an.
AARAU (sda). Der Kanton Aargau startet das Richtplanverfahren für einen AKW-Neubau auf der Aareinsel Beznau unweit von Waldshut-Tiengen. Der Regierungsrat will dabei eine Flußwasserkühlung ausschließen. Das Kühlsystem sei so auszulegen, dass keine Dampffahne entstehen könne. Dies geht aus den gestern vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) veröffentlichten Unterlagen hervor. Ein Teil der AKW-Abwärme soll für ein Fernwärmeprojekt genutzt werden, heißt es in den Planungsgrundsätzen weiter.
Das von dem Versorger Axpo geplante Ersatz-AKW für die flusswassergekühlten Reaktoren Beznau I und II sieht im Antrag einen Hybridkühlturm vor. In dem rund 60 Meter hohen Turm soll die feuchte Luft abgetrocknet werden. Dieses Verfahren verhindert weitgehend, dass eine Dampffahne entsteht. Zudem müsse sich das Ersatz-AKW architektonisch "bestmöglich in die Aarelandschaft" einpassen. Falls neue Freileitungen zum Stromtransport notwendig sind, soll die Netzinfrastruktur gesamthaft optimiert wird. Auch will der Regierungsrat, dass auf die in einem Betriebsreglement des Flughafens Zürich festgelegte Flugroute über die Insel Beznau verzichtet wird. Der Kanton gibt den angepassten Richtplan nächsten Montag in die Vernehmlassung (entspricht der Offenlage), die bis zum 14. Juni dauert. Letztlich entscheidet dann das Kantonsparlament über den Plan.Werbung
Axpo hatte Ende 2008 das Rahmenbewilligungsgesuch für ein neues AKW in Beznau beim Bundesamt für Energie (BFE) eingereicht. Geplant ist ein Leichtwasserreaktor mit einer Leistung von 1450 Megawatt (MW). Dem Amt liegen auch die Rahmenbewilligungsgesuche für neue beziehungsweise Ersatz-AKW an den Standorten Mühleberg (Bern) und Gösgen (Solothurn). Der Bundesrat wird über alle drei Gesuche frühestens Mitte 2012 entscheiden. Die Rahmenbewilligung braucht dann die Zustimmung des Parlamentes. Eine Volksabstimmung (Referendum) über ein neues AKW findet laut BFE dann frühestens Ende 2013 statt.
Autor: sda
