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05. Juni 2012

Abschied von einer tollen Erfahrung

FC Königsfeld steigt ab, die DJK Villingen hofft noch / Furtwanger zweitbeste Schwarzwälder.

FUSSBALL-LANDESLIGA. Als zweitbeste Schwarzwälder Mannschaft führt der FC Furtwangen die zweite Tabellenhälfte der Landesliga an. "Ziel erreicht", kann Spielertrainer Tim Heine vermelden: Ein einstelliges Ergebnis wollten er und seine Mannschaft erreichen. Mit dem 4:0 über den Vorletzten Stockach haben die Bregtäler Rang neun zurückerobert und einen "versöhnlichen Abschluss" geschafft. Mit der Leistungsentwicklung der jungen Mannschaft und der Rückrunde zeigt sich Heine zufrieden. Nur in Königsfeld und gegen Denkingen habe man in der zweiten Saisonhälfte schlecht gespielt. Dafür sei die Rückrunden-Ausbeute von 21 Punkten zu wenig gewesen, denn abgesehen vom 0:3 in Pfullendorf noch vor der Winterpause verloren die Furtwanger immer nur mit einem Tor Differenz und meistens nach Führung. Da müsse man künftig "souveräner spielen, daran werden wir arbeiten", kündigt Heine an. Ein Manko konnte seine Mannschaft bereits abstellen: Auf "deutlich zu viele Gegentore in der Hinrunde" (37) folgten in der zweiten Saisonhälfte nur noch halb so viele (19). Alle neun Siege des FCF waren verdient und ein paar mehr gut möglich, sagt der Coach rückblickend. Noch wurden zu viele Torchancen ausgelassen, doch die Einsatzbereitschaft sei, abgesehen von ein, zwei Ausnahmen "top" gewesen. Das beste Spiel seiner Elf war für Heine der 4:0-Erfolg beim Vierten Rielasingen-Arlen. Der höchste Sieg gelang daheim gegen die DJK Villingen (6:0). Fünfmal blieben die Furtwanger ohne Gegentor, ebenso oft trafen sie selbst nicht. Als Stärke nennt Heine den ausgeglichenen und gut besetzten Kader, in den sich der aus der Kreisliga A gekommene Torjäger Jan Meier (17 Treffer) sehr gut einfügte. In der Abwehr soll die eher offensiv orientierte Mannschaft noch stabiler werden. Nachdem sie in dieser Runde nie ernstlich in Abstiegsgefahr geriet und zusammenbleiben wird, strebt Tim Heine für sein zweites Jahr als Spielertrainer mit dem FC Furtwangen ein "ambitionierteres Ziel" an: "so um Platz fünf".

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Ende gut, alles gut bei der DJK Donaueschingen. Mit dem verdienten 3:1-Sieg über den Villinger Namensvetter zogen die Schlosspark-Kicker zum Saisonfinale doch noch einen positiven Schlussstrich unter eine Spielrunde, die wie schon im Vorjahr zu einer Zittersaison geriet. Dabei hatte man nach den ersten acht Partien bereits 19 Punkte auf dem Konto und lag auf Rang zwei. Danach folgten eine achtmonatige Durststrecke und Anfang April mit dem plötzlichen Tod von Trainer Ovidiu Naidin ein zusätzlicher Schock. Wenn man 20 Spiele in Folge und somit zwei Drittel der Saison sieglos bleibt, bedeutet dies normalerweise den sicheren Abstieg. Dass die DJK das "Klassenziel" auch in der achten Landesliga-Saison erreichte lag daran, dass es noch schwächere Mannschaften in der Liga gab und man lange von dem Punktepolster zehren konnte. Zum andern verlor die Mannschaft unter den engagierten Interimstrainern Frank Meder und Olaf Kurth trotz der langen Negativserie und teilweise desolaten Auftritten nie den Mut und die Hoffnung und wurde am Schluss belohnt. Mit sieben Roten und vier Gelb-Roten Karten stellte man gleichzeitig einen Negativrekord auf und landete in der Fairness-Tabelle auf dem vorletzten Rang. Das war kein Ruhmesblatt für die ansonsten als fair und diszipliniert bekannten Allmendshofener. Neu-Trainer Georg Schandelmaier wird jedenfalls einiges zu tun bekommen.

"Mit der Leistung wie am Samstag muss man absteigen", sagt André Herbst, der Trainer der DJK Villingen, über das 1:3 bei der DJK Donaueschingen. Denn "wie wir verloren haben, war katastrophal". Dennoch hofft er, dass der FC Radolfzell sich in der Relegation gegen die zwei anderen Landesliga-Vizemeister SC Offenburg und Freiburger FC durchsetzen kann. Steigt der FCR auf, steigt die DJK als Drittletzter nicht ab. Falls der frühere Verbandsligist doch den Gang in die Bezirksliga antreten muss, liege das daran, dass die Villinger ihr Potenzial zu selten abgerufen hätten. Jedenfalls nicht als geschlossene Mannschaft: Während manche sich voll reinhängten, hätten meist ein paar nur "auf Halbflamme" gespielt und so den möglichen Erfolg verhindert. Bezeichnend sei, dass die DJK in der ganzen Runde nicht zweimal hintereinander gewann. Herbst vermisste "zwei bis drei Leitwölfe, die mitreißen können". Die von den "Ausfällen" schon auf dem Spielfeld unmissverständlich kompromisslosen Einsatz einfordern. Die Spieler müssten gegenseitig Leistungsdruck aufbauen, wünscht sich Herbst. Um diesen künftig zu erhöhen, will er den Kader vergrößern. Er selbst habe in seinem ersten Traineramt "alles gegeben, was ich kann", aber dennoch "keinen guten Job gemacht, weil das Ergebnis nicht stimmt".

"Wirklich schade", kommentiert Patrick Fossé den Abstieg seines FC Königsfeld. "Aber die Tabelle lügt nicht." Und 23 Punkte aus 30 Spielen waren einfach zu wenig, um die Klasse zu halten. Das 3:5 gegen den starken Vierten Rielasingen-Arlen war für den Trainer des Aufsteigers "ein Spiegelbild der ganzen Saison". Seine Elf glich zweimal aus, lag sogar in der Schlussphase vorn, konnte aber den Vorsprung nicht verwalten. In der Hinrunde habe der Neuling "etwas gepennt", sehr einfache Fehler gemacht, sei teilweise an seine Grenzen gestoßen. Sieben Niederlagen in Folge zehrten auch am Selbstbewusstsein. Nur acht Punkte aus 15 Spielen ließen dem Letzten wenig Hoffnung. Doch in der zweiten Saisonhälfte sah Fossé eine deutliche Steigerung, ja eine "ganz andere Mannschaft". Mit 15 Punkten waren die lernwilligen Königsfelder Elfter der Rückrunde, zwischenzeitlich verbesserten sie sich mehrfach auf den drittletzten Platz. Ihre Auswärtsschwäche überwanden sie allerdings nicht, mit sieben Zählern waren sie auch da das schwächste Team der Liga. Im Schnitt drei Gegentore waren zu viel, doch in der Rückrunde (35) gab’s 20 weniger als in der Hinrunde (55). Fossé bleibt FC-Trainer, doch Torjäger Lennard Stürmer und Florian Stern verlassen den FCK. Für Verein und Fans war die Landesliga laut Fossé "eine tolle Erfahrung".

Autor: Annemarie Zwick und Georg Wild