Volksbank Lahr

Abschied von Manfred Basler

Manfred Dürbeck

Von Manfred Dürbeck

Do, 12. Juli 2018 um 17:06 Uhr

Lahr

Eine große Trauergemeinde hat am Donnerstag in der Zell-Weierbacher Weingartenkirche Abschied von Manfred Basler, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Lahrer Volksbank genommen.

Eine große Trauergemeinde hat am Donnerstag in der Zell-Weierbacher Weingartenkirche Abschied von Manfred Basler, dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Lahrer Volksbank genommen.

Der Organist Bernhard Klär und Walter Scholz an der Trompete umrahmten die von Dekan Matthias Bürkle zelebrierte Trauerfeier für den im Alter von 79 Jahren Verstorbenen.

"Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen. Man muss es einfach aushalten und durchhalten", mit diesem Wort Dietrich Bonhoeffers eröffnete Bürkle seine Begrüßung. Er erinnerte an Basler als Christenmenschen, der zu seinem 70. Geburtstag nur einen Wunsch gehabt habe. Statt Geschenke bat er um Spenden, um damit die Außenbeleuchtung der Weingartenkirche mitfinanzieren zu können.

Basler wuchs in einfachen Verhältnissen auf

Basler, geboren in Zell-Weierbach, und in einfachen Verhältnissen als Frühhalbwaise aufgewachsen, habe auch sein Engagement für andere nie an die große Glocke gehängt. So sei er bereits mit 19 Jahren der Kolpingfamilie beigetreten, habe zwei Wahlperioden im Pfarrgemeinderat mitgewirkt. Eine große Kraftquelle sei für ihn immer die Familie gewesen.

Darauf verwies auch Peter Rottenecker, Vorstandssprecher der Volksbank Lahr, in seinem Nachruf. Er richtete den Fokus auf die berufliche Karriere Baslers. Dieser sei weit mehr als ein erfolgreicher Banker gewesen: "Manfred Basler war überzeugender Repräsentant des Genossenschaftswesens in Deutschland und als Impulsgeber für jede Institution eine Bereicherung." Nach seinem Wechsel von Offenburg nach Lahr im Jahr 1989 sei er mit 23 Jahren jüngstes Vorstandsmitglied einer Genossenschaftsbank geworden. "Basler war immer ein Freund des Stürmens, nie des Verteidigens", sagte Rottenecker in Anspielung auf die Fußballbegeisterung des Verstorbenen.

Er sorgte mit strategischer Weitsicht für Erfolg

Mit strategischer Weitsicht und klaren Visionen habe Basler für die überaus erfolgreiche Entwicklung der Volksbank Lahr gesorgt. Der Lohn waren Berufungen in viele genossenschaftliche Institutionen und Aufsichtsräte, in der Folge eine Vielzahl von Ehrungen – von der Schultze-Delitzsch-Medaille in Gold bis zur Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg. Als sich Basler 2005 verabschiedete, habe er ein Zimmer im Bankinstitut behalten, um als Berater weiter tätig sein zu können. "Arbeiten ist für mich Lebensqualität", zitierte Rottenecker einen Leitspruch Baslers. Bewegt verabschiedete er sich von einem "Ratgeber und Freund". Das Verhältnis sei längst über das Berufliche hinaus gewachsen.

Besondere Beziehung zu Lahr

Die besondere Beziehung des Verstorbenen zur Stadt Lahr machte Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller deutlich. "Ich wohne zwar in Fessenbach, aber ich bin ein Lahrer", zitierte er Manfred Basler. Das Wohl der Stadt, in der dieser sich beruflich engagierte und maßgeblich die rasante Entwicklung mitbestimmte, habe ihm am Herzen gelegen: "Basler hat sich eingesetzt für seine Volksbank, aber auch jahrzehntelang für die Stadt Lahr und die südliche Ortenau." Beharrlichkeit und ein gutes Gespür für Menschen und Marktchancen hätten ihn ausgezeichnet. Müller erinnerte an die Expansion ins Elsass, wo Basler mit einer Dependance und den Ersteiner Gesprächen schon früh Grenzen überwunden habe.

In Anerkennung von Baslers Verdiensten um Lahr habe ihm sein Wirkungsort mit der Gedenkmünze die höchste Auszeichnung für Nicht-Lahrer verliehen. "Was bleibt?", so Oberbürgermeister Müller am Ende seines Nachrufs. "Die Erinnerungen an eine äußerlich und charakterlich markante Persönlichkeit, führungsstark und zielstrebig, ein Familienmensch und zuvorkommender Gastgeber." Basler habe mit den Menschen seine Lebensfreude geteilt, sein Leiden am Lebensende nicht. "Ich hätte gerne mehr Zeit mit ihm verbracht", verabschiedete sich Müller. "Werter Kamerad, ruhe in Frieden".