Ach du grüne Neune!

Birgit Herrmann

Von Birgit Herrmann

So, 13. Mai 2018

Liebe & Familie

Der Sonntag Green Wedding Umweltbewusst und nachhaltig heiraten.

Vielen Paaren ist es wichtig, auch bei ihrer Hochzeitsfeier auf die Umwelt zu achten. Green Wedding heißt das Konzept, das aus den USA stammt. "Auch hier in der Region legen Brautpaare bei den Vorbereitungen zu ihrer Trauung verstärkt Wert auf Nachhaltigkeit", sagt Rosa Saar, die sich in Waldkirch-Kollnau als Hochzeitsplanerin auf sogenannte grüne Hochzeiten spezialisiert hat. Ziel sei, bewusst auf Natur- und Ressourcenschutz zu achten – ohne dass Glanz und Glamour am Hochzeitstag zu kurz kommen. Hier Rosa Saars Tipps:

Location
Eine Green Wedding muss nicht zwangsläufig im Grünen stattfinden. Bei der Entscheidung für die Location spielen andere Faktoren eine größere Rolle. "So ist es sinnvoll, in der Region zu feiern, wo die meisten Gäste wohnen. Dadurch entfällt für viele ein langer Anfahrtsweg und damit CO2-Emissionen", so Saar.
Anreise/Hochzeitsauto
Wird aber an einem Ort gefeiert, zu dem Gäste und Familie anreisen müssen, empfiehlt die Expertin, diese etwa mit einem Bus abzuholen. "Dann muss nicht jeder Gast separat im Auto anreisen." Das spare CO2 und sei auch noch gut für die allgemeine Grundstimmung: "Die Busfahrt ist schon ein Event, und alle lernen sich in lockerer Atmosphäre kennen." Als Hochzeitsauto liege der Tesla bei Saars Kunden weit vorn. Aber auch Oldtimer seien bei Paaren beliebt, die der Wegwerfgesellschaft nicht angehören möchten.

Einladung
Einladungen aus recyceltem Papier, gestaltet von Grafikern aus der Region und gedruckt von Druckereien vor Ort müssen nicht teurer sein als Angebote aus dem Internet, so die Expertin. Die direkte Kommunikation mit den jeweiligen Ansprechpartnern und die Möglichkeit, erst ein Muster in Händen zu halten, bevor die Einladungen in Druck gehen, hält Saar für einen weiteren Vorteil.

Brautkleid/Outfits
Beim Kleid muss die Braut keine Kompromisse eingehen: "Bei uns in der Region gibt es Brautmodengeschäfte, die Kleider und Maßanzüge anbieten, welche in Europa entworfen und geschneidert worden sind. Kinderarbeit ist damit ausgeschlossen." Bräute können auch im Internet nach Secondhand-Brautkleidern suchen. "Das ist sogar noch nachhaltiger und passt stilecht zum angesagten Vintage-Stil."

Essen & Deko
Die Hochzeitsplanerin rät, das Menü oder Buffet nach dem Motto "saisonal, regional und artgerecht" auszuwählen. "Viele Caterer arbeiten mit entsprechenden Produkten und kochen auf sehr hohem und zeitgemäßem Niveau", sagt Saar. "Sind die Lebensmittel zusätzlich Bio-Erzeugnisse, um so besser." Auch bei der Wahl des Brautstraußes und der Deko sollte auf regionale und saisonale Blumen zurückgegriffen werden.

Trauringe
"Fast alle Goldschmiede bieten auf Nachfrage Ringe aus fair gehandeltem und ökologischem Gold." Schön sei auch, sich Trauringe aus altem Erbschmuck anfertigen zu lassen, so Saar. bhe