24. Februar 2009 15:24 Uhr
Warum der SC Freiburg derzeit so erfolgreich ist
Acht gute Gründe
Die Zeichen stehen auf Aufstieg. Nach dem perfekten Rückrundenstart mit vier Siegen in vier Spielen ist der SC Freiburg momentan unangefochtener Tabellenführer der zweiten Fußball-Bundesliga. Die Günde dafür sind vielfältig.
FREIBURG. Der SC Freiburg ist furios in die Rückrunde der zweiten Fußball-Bundesliga gestartet. Vier Spiele, vier Siege, 10:2 Tore. Das Team von Trainer Robin Dutt hat als Spitzenreiter bereits sechs Punkte Vorsprung auf Rang drei, sogar sieben auf den Tabellenvierten Kaiserslautern. Die BZ hat acht Gründe für den Erfolg ausgemacht:

- Der SC Freiburg (hier Ömer Toprak, rechts, gegen den Augsburger Torghelle) hat seine Gegner derzeit fest im Griff. | Foto: dpa
Das Betriebsklima innerhalb der Mannschaft ist gut. Das liegt zum einen an der großen Anzahl junger Spieler, die auf einer Wellenlänge liegen. Natürlich gibt es auch beim Sportclub unzufriedene Akteure, all jene, die selten zum Einsatz kommen. Doch diese halten still. Spieler und Trainer haben vor der Saison einen Pakt geschlossen. Als Ziel wurde öffentlich der "Aufstieg" ausgegeben. Im Gegenzug hat Robin Dutt seinen Profis das Versprechen abgenommen, persönliche Eitelkeiten zum Wohle der Gemeinschaft hinten anzustellen. Bislang halten sie sich daran.
Spätstarter
Beste Beispiele dafür, dass das Stillhalteabkommen funktioniert, sind Tommy Bechmann und Julian Schuster. Mit großen Hoffnungen wechselten die beiden im vergangenen Sommer nach Freiburg. Doch ihr sportlicher Neubeginn verlief alles andere als wunschgemäß. Sie stagnierten. Der Däne Bechmann kam nicht regelmäßig, der Schwabe Schuster zunächst so gut wie gar nicht zum Einsatz. Inzwischen sind beide Leistungsträger und sogar regelmäßige Torschützen. Die "Spätstarter" trugen maßgeblich zum gelungenen Rückrundenstart bei, weil sie nicht lamentierten, sondern diszipliniert arbeiteten und sich verbesserten.
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Standardqualität
Die Qualität der Freiburger Standards hat sich noch einmal deutlich verbessert. Auch wenn ihm dadurch noch kein direkter Treffer geglückt ist – gerade die Freistöße von Julian Schuster sind meist brandgefährlich, beim Sieg in Rostock waren sie mitentscheidend.
Frühstarter
Bei den Wintertransfers scheinen Sportdirektor Dirk Dufner und Robin Dutt ein glückliches Händchen gehabt zu haben. Die Entscheidung, den verhinderten Torjäger Suat Türker zurück nach Offenbach gehen zu lassen und dafür Vitali Rodionov zu verpflichten, hat sich bereits ausgezahlt, auch wenn der Integrationsprozess Rodionovs nicht abgeschlossen ist. Der weißrussische Nationalstürmer erzielte gleich bei seinen ersten drei Einsätzen drei Tore. Eine starke Quote – besonders für einen Angreifer des SC Freiburg.
Talentnachschub
Erneut ist es den Breisgauern gelungen, ein Talent aus der eigenen Fußballschule im Profikader zu integrieren. Noch mehr als das: Ömer Toprak ist aus der Startelf nicht mehr wegzudenken. Die Konstanz, mit der der U-19-Europameister in der Innenverteidigung an der Seite des wieder erstarkten Pavel Krmas agiert, ist beeindruckend.
Spielstärke
Das spielerische Niveau hat sich nochmals gesteigert. Auch dabei spielt die Personalie "Toprak" eine wichtige Rolle. Zum einen, weil der 19-Jährige ein fußballerisch überdurchschnittlich ausgestatteter Innenverteidiger ist und viel zur Spieleröffnung beitragen kann. Zum anderen, da durch Topraks positive Entwicklung Heiko Butscher nun durchgehend auf der linken Defensivposition einsetzbar ist. Als Linksfuß tut sich der SC-Kapitän besonders bei Offensivaktionen (Pässe, Flanken) deutlich leichter als Rechtsfuß Kevin Schlitte, der zuvor auf dieser Seite spielen musste.
Laufstärke
Grundlage des technisch und taktisch hohen Niveaus ist die Laufstärke der Freiburger. Auch diesbezüglich zählen sie fraglos zum Besten, was die zweite Liga zu bieten hat. Positiv bemerkbar macht sich vor allem das hohe Pensum nahezu aller Offensivkräfte. Allen voran Yacine Abdessadki, aber auch Mohamadou Idrissou, Tommy Bechmann und Jonathan Jäger legen während eines Spiels enorme Strecken zurück, sind immer wieder auch zur Aushilfe in der Defensive anzutreffen. Das stärkt das Gesamtgefüge.
Sechserpärchen
Auch vergangene Saison hatte es einige Zeit gedauert, bis Robin Dutt auf den zentralen Mittelfeldpositionen vor der Abwehr die richtige Mischung fand. Banovic/Uzoma hieß damals das "Sechserpärchen", das funktionierte und harmonierte. Nun wurden sie abgelöst von einem anderen Duo: Johannes Flum und Julian Schuster. In ihrer derzeitigen Verfassung vereinen die beiden läuferische, kämpferische und spielerische Elemente ideal. Das Zentrum des Spiels funktioniert – genaue wie der gesamte SC Freiburg.
Autor: René Kübler





