Bier, Brezn, Bonbons

Acht Reiseziele in Deutschland perfekt für Hobbyköche

dpa

Von dpa

Do, 10. Januar 2019 um 22:47 Uhr

Gastronomie

Wie macht man Brot, Bier und Bonbons? Auf solche Fragen geben Manufakturen und Museen in Deutschland kurzweilige, praktische Antworten.

Besucher erfahren hier auf individuellen oder auch Busreisen einiges über die Kulturgeschichte der Nahrungsmittel.

Weißwurst und Brezn
Der Unternehmer Karl Ludwig Schweisfurth war ein Pionier der industriellen Fleischverarbeitung, ehe er sein Herz für Tiere entdeckte. In Glonn bei München gründete er 1986 die Herrmannsdorfer Landwerkstätten für Leben und Arbeiten im besseren Einklang mit der Natur. Mittlerweile verantwortet Enkelin Sophie die Geschäfte und damit auch die Kurse fürs Backen, Wurst machen, Fleisch zubereiten und Brauen. Besucher lernen, Weißwurst und die bayerische Brezn aus ökologisch produzierten Zutaten herzustellen. Beim Verkosten gibt es Weißbier aus der hauseigenen Brauerei. (http://www.herrmannsdorfer.de

Bier brauen
Das fast 300-jährige Handwerk seiner Familie gibt Bierbrauer Wolfgang Speidel gern an Gäste weiter, und zwar in Ödenwaldstetten auf der Schwäbischen Alb. Zusammen mit Geschichten rund um das Geschäft mit Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Teilnehmer erfahren in Seminaren, wie der Gerstensaft durch Einmaischen, Abläutern, Anschwärzen und mehr entsteht. Die Arbeitsschritte werden jeweils durch ein Gericht eines drei- bis fünfgängigen Biermenüs unterbrochen. Auch eine Blindverkostung gängiger Biersorten gehört zum fünfstündigen Abendprogramm inklusive Übernachtung im "Hotel Braumanufaktur". Vorher kann man wandern, so führt die Rundtour Ödenwaldstetten am Haus vorbei. Ab März bietet sich auch eine Bootsfahrt in Deutschlands einziger befahrbarer Wasserhöhle an, der Wimsener Höhle. Sie liegt rund 20 Autominuten entfernt. (http://mehr.bz/braualb

Hausgemachter Feta
Kuh, Schaf und Ziege liefern im hessischen Hungen die Milch, aus der traditioneller Biokäse hergestellt wird. Gäste informieren sich im Schafsmuseum über die Schäfertradition, lassen sich die Produktion vor der Panoramascheibe der Schaukäserei erklären und werfen einen Blick in den Reifungskeller. Danach dürfen sie verschiedene Käsesorten probieren – und machen dann unter fachkundiger Anleitung in kleinen Kupferkesseln ihren eigenen Käse nach Feta-Art, der in der Salzlake mitgenommen wird. Wer will, spaziert "Auf Schäfers Spuren", der Erlebnisweg beginnt an der Schaukäserei. (http://www.kaesescheune.de

Kaffeerösterei
Den Kaffee brühen oder besser pressen? Bevor die Gäste der Capulus Kaffeerösterei im hessischen Bad Hersfeld dies klären, haben sie beim Cupping die Kaffeesorte herausgeschmeckt, die ihnen am besten zusagt. Dann erfahren sie während eines Filter- und Brühseminars, wie die Zubereitungsart die Aromen zur Geltung bringt. Das Schnuppern in die Welt der Kaffeearomen findet einmal im Monat samstags in der Rösterei am Rand der Fachwerk-Altstadt statt. Nach Vereinbarung lässt sich auch dem Röstprozess zuschauen.
(http://www.capulus-kaffeeroesterei.de

Historische Wassermühle
Wo Kraterseen, versteinerte Aschewände und Lavaströme von den vulkanischen Urgewalten der Vorzeit zeugen, tauchen Ausflügler ein in die Arbeitswelt der Müller seit dem Mittelalter. Bis heute wird in der Wassermühle aus dem 13. Jahrhundert im Ort Birgel Getreide gemahlen. Nach einer Führung durch die drei Mühlen können die Teilnehmer das Mehl im Backhaus verarbeiten und ihren Laib Natursauerteigbrot im holzbefeuerten Steinofen backen. Später steht die Kreation eines eigenen Senfes an. Der Workshop schließt die Übernachtung in alten Fachwerkhäusern und alle Mahlzeiten ein, Wanderungen im Naturpark Vulkaneifel sind möglich. Birgel liegt zwischen Trier und Köln. (http://www.moulin.de

Schokoladenmuseum Köln
Schon beim Unternehmen Stollwerck ließen sich Generationen von Schulklassen den Duft von Schokolade um die Nase wehen. Seit 25 Jahren ist dies im Schokoladenmuseum an Rheinufer der Kölner Altstadt möglich, heute mit Lindt-Schokolade. Wo die Kakaobohne herkommt, wann die Schokolade entstand und wie heute produziert wird, wird anschaulich auf fünf Ebenen präsentiert. Und schmeckbar. Nach der Führung kann man in verschiedenen Kursen in der Confiserie des Museums selber Hand anlegen. Der Maître Chocolatier vermittelt, wie man Schokobonbons, Tafeln und Pralinen macht. (http://www.schokoladenmuseum.de

Bonbons kochen in Münster
Die süße, bunte Welt der Bonbons hat zwei Münsteraner BWL-Studenten so fasziniert, dass sie nach dem Studium in der Nähe des Prinzipalmarktes eine Bonbonmanufaktur gründeten. Mehrmals täglich kann man den Bonbonmachern durch eine Glasscheibe bei der Herstellung zuschauen. Ein- bis zweimal im Monat gibt die Manufaktur die Geheimnisse des alten Zuckerbäckerhandwerks weiter. Vom Zucker ansetzen über Anreichern mit Aromen und Farbstoffen bis zum Gestalten des eigenen Bonbons. Am Ende des Workshops gibt’s eine große Tüte selbstgemachter Bonbons für zu Hause. (http://www.boemskes.de

Deutsches Bratwurstmuseum
Als im Arnstädter Archiv eine Rechnung des Jungfrauenklosters von 1404 über Bratwürste entdeckt wurde, war klar: Das erste Deutsche Bratwurstmuseum muss nach Thüringen. So geht es seit 2006 um die Wurst im Dorf Holzhausen unter der Wachsenburg, nahe Erfurt. Der geführte Museumsrundgang weiht ein in die Kulturgeschichte und Herstellung der Bratwurst. Dann wird in der Bratwurstküche hantiert. Nach vier Stunden ziehen die Teilnehmer gesättigt mit zehn selbstgemachten Würsten, einem Buch und einem Bratwurstdiplom nach Hause. Oder wandern über einen Rundwanderweg durch den National Geopark Inselsberg-Drei Gleichen nach Arnstadt. Dort wird seit 600 Jahren das erste Weißbier außerhalb Bayerns gebraut. (http://www.bratwurstmuseum.de