AfD-Landessprecher tritt bei Offenburger OB-Wahl an

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Do, 13. September 2018

Südwest

Ralf Özkara am Mittwoch als Kandidat präsentiert.

OFFENBURG. Die Alternative für Deutschland (AfD) schickt in Offenburg Ralf Özkara, einen ihrer beiden Landessprecher, ins Rennen um die Nachfolge von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (CDU). Damit kandidiert nach Angaben der Partei erstmals in Baden-Württemberg ein AfD-Politiker für den Posten eines Oberbürgermeisters.

Özkara erläuterte seine Entscheidung bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Offenburg. Ihn habe geärgert, sagte er, dass der bisherige OB-Wahlkampf in der Stadt "komplett an der Realität vorbeiläuft". Kriminalität sei ein großes Thema, doch im Wahlkampf werde vor allem über Themen wie Verkehr, E-Mobilität oder den Krankenhausneubau geredet. Mitte August war in Offenburg ein Arzt in seiner Praxis erstochen worden, eine Arzthelferin wurde bei dem Angriff verletzt. Die Polizei nahm einen Asylbewerber aus Somalia als mutmaßlichen Täter fest.

Özkara erklärte, er trete an, "um diese Stadt schlicht und ergreifend wieder sicher zu machen". Außerdem stehe er für mehr soziale Gerechtigkeit. Der 47-Jährige betreibt mit seiner türkischstämmigen Ehefrau eine Zeitarbeitsfirma für Pflegekräfte und bietet Beratung für Senioren an. Bei der Heirat hat er den Familiennamen seiner Frau angenommen.

Özkara ist der AfD Anfang 2015 beigetreten, zuvor war er mehr als zehn Jahre lang Mitglied der CDU gewesen. Knapp ein Jahr lang hat er das Büro von Jörg Meuthen geleitet, des damaligen AfD-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag. Mit Unterstützung Meuthens wurde Özkara im März vergangenen Jahres zu einem von zwei Sprechern der baden-württembergischen AfD gewählt. In einer Kampfabstimmung setzte er sich gegen die heutige Bundestagsabgeordnete Alice Weidel durch. Die Wahl galt damals als Richtungsentscheidung, Özkara wurde vom nationalkonservativen Teil der Landes-AfD unterstützt. Während Weidel ein Ausschlussverfahren gegen AfD-Rechtsaußen Björn Höcke befürwortete, sprach sich Özkara dagegen aus.

Özkara kündigte an, nun regelmäßig aus seinem Wohnort bei Schorndorf nach Offenburg zu kommen, um Wahlkampf zu machen. Er ist der siebte Kandidat für die Wahl am 14. Oktober. Bereits ihre Kandidatur erklärt haben der Willstätter Bürgermeister Marco Steffens (40, CDU), der parteilose, aber von Grünen und SPD unterstützten Kölner Sozialdezernent Harald Rau (56), der Politikmasterstudent Tobias Isenmann (29), der Malermeister Bernhard Halter (56), die Gartenbauerin Frauke Brudy (54) sowie ein weiterer Kandidat, der seine Identität noch nicht gelüftet hat. Vor einigen Wochen noch hatte die Offenburger AfD angekündigt, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.