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29. September 2015

Afrika ist mehr als Hunger, Krieg und Armut

Veranstaltungsreihe "Africa meets Europe" im Werkraum Schöpflin.

  1. „Africa meets Europe“ heißt eine Veranstaltungsreihe im Werkraum Schöpflin, die am Donnerstag beginnt. Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Zum zweiten Mal nach 2013 ist der Werkraum Schöpflin Gastgeber für eine Veranstaltungsreihe zu einem außergewöhnlichen Projekt, nämlich dem Rainbow House of Hope in Uganda. Die Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Africa meets Europe" ist dieses Mal noch breiter gefächert als bei der Premiere vor zwei Jahren: Eine Podiumsdiskussion, Workshops, ein Film, eine Lesung und Benefizkonzerte sollen das Afrikabild, das in Deutschland herrscht, gerade rücken und Spenden für die anfallenden Aufgaben einbringen. Gerade in einer Zeit, in der so viele Menschen zu uns nach Europa kommen, sei das gegenseitige Kennenlernen wichtig, erläuterte Birgit Degenhardt beim Pressegespräch.

Die künstlerische Leiterin des Werkraum Schöpflin bezeichnete die Fortsetzung des bestehenden Kontakts mit einer weiteren Kooperation als "Glücksfall", weil die Stiftung großen Wert auf Nachhaltigkeit lege. Von der künstlerischen bis zur informellen Seite bilde die Reihe "Africa meets Europe" die ganze kulturelle Vielfalt ab, meint auch Susanne Fink, die Vorsitzende der RHU. Damit entspreche man dem Konzept des Projekts in Uganda, das die Kinder aus der einspurigen, kopforientierten Schulbildung holt und ihnen mittels Persönlichkeitsbildung die Möglichkeit gibt, ihre Talente zu entwickeln etwa in Tanz, Musik, Drama oder auch Nähen.

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Die Reihe beginnt am Donnerstag, 1. Oktober, 19 Uhr, mit dem prominent besetzten Roundtablegespräch "Uganda, die Perle Afrikas – Kontroverse zwischen wirtschaftlicher Modernisierung, Auswirkungen des Klimawandels und Wahrung der Menschenrechte" mit Gertrud Schweizer-Ehrler (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und Michael Mwase (Projektleiter RHU, Uganda). Sie geben Einblicke aus erster Hand, die beispielhaft für andere Länder Afrikas stehen. Am Dienstag, 6. Oktober, 20 Uhr, folgt mit "Abaabi Ba Boda Boda" ein Film von der Berlinale 2015, ein neorealistisches Städteporträt von Kampala mit Musik und Darstellern aus Uganda.

Ein Kontinent in seiner Vielfalt

Für alle, die sich für Kultur und Leben in Uganda interessieren und Spaß am Singen, Tanzen und Trommeln haben, bieten die 22-jährige Brenda Kawala und Micheal Mwase am Freitag, 9. Oktober, 15 bis 18.30 Uhr, den Workshop "Traditionelle Lieder und Tänze aus Uganda". Im zweiten Teil begleitet die Percussiongruppe Andromeda den Workshop, um 20 Uhr schließt sich ein Benefizkonzert "Macho Mambo" zugunsten des RHU an.

Den Reigen der Benefizveranstaltungen beginnen zuvor am Sonntag, 4. Oktober, 11 Uhr, Klaus Dürrschnabel und Cellistin Ceciel Strouken mit einer musikalischen Lesung. Gedichte von Susan N. Kiguli werden interpretiert. Die Gedichte beschwören die magischen Landschaften Ugandas und die Widerstandskraft der Frauen, die ihre Kinder nicht an Bürgerkriege, Korruption und Hunger verlieren wollen. Tilo Wachters Klangreise für Hang und Stimme entführt am Freitag, 20. November, 20 Uhr, in "Innenwelten". Nicht im Werkraum Schöpflin, doch auch für das RHU, findet am Sonntag, 11. Oktober, 17 Uhr, auf dem Sportplatz der Alemannenhalle Maulburg das Cellofest mit Cellisten aus der ganzen Region statt.

"Warum präsentieren wir das Programm ’Africa meets Europe’", fragte bei der Vorstellung Micheal Mwase. Man habe festgestellt, dass es eine große Diskrepanz zwischen dem, was man in Afrika und Europa voneinander wisse, und der Wirklichkeit gebe. Gehe es um die Sicht Europas auf Afrika, sei diese durch Berichte über Kriege, Hunger und Armut meist negativ besetzt. Im Gegensatz dazu stelle man sich in Afrika Europa immer als Paradies vor, in dem es keine Probleme gebe und in dem das Geld auf der Straße liege. Man müsse es nur aufheben. Wichtig sei es deshalb, so viele junge Menschen wie möglich vor Ort zu unterstützen mit Bildung und Jobs, bevor sie auf die Idee kommen, nach Europa zu gehen.

Genau das tut das RHU, in dem aktuell 316 Kinder und Jugendliche gefördert werden. "Wir lernen hier in der Interaktion mit Menschen so viel", berichtet der Leiter des RHU, "und wir hoffen, dass Sie auch von uns lernen."

Autor: Barbara Ruda