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23. Juli 2009 04:32 Uhr

Trubel in Rottweil

Afrikas Big Circus kastelt Auto im Elefantengehege ein

Neues Kapitel der unendlichen Geschichte von Afrikas Big Circus: In Rottweil hat das Familienunternehmen wieder mal mit seinen Elefanten Schlagzeilen gemacht. Im Mittelpunkt: ein geparktes Auto und der Oberbürgermeister.

  1. Reiten auf dem Elefanten – das tun bei Big Afrikas Circus in der Regel Mitglieder des Ensembles. Rottweils Oberbürgermeister gehört nicht dazu. Foto: Rita Eggstein

Nach all den Ungereimtheiten und Skandälchen entlang der Gastspielreise durch Südbaden macht der Zirkus der Familie Weisheit nun die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg unsicher. Im Juni spazierte einer ihrer Elefanten über die vierspurige Bundesstraße 311 bei Tuttlingen.Am aktuellen Auftrittsort Rottweil kam den Tierpflegern von Afrikas Big Circus auf besonders originelle Idee: Sie bauten das Gehege für die freilaufenden Elefanten einfach um ein geparktes Auto herum.

OB weiss nichts vom Ritt auf dem Elefanten

Den Wagen sicherten sie nach Angaben der Polizei mit einem Zaun. Dennoch riss einer der Elefanten das Nummernschild des Autos ab. Um das festzustellen, musste die Besitzerin des Wagens allerdings erst durch das Gehege der Dickhäuter laufen – einen anderen Weg gab es nicht.

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Noch schöner: Der Zirkus streute die Nachricht, Ralf Broß, der Oberbürgermeister von Baden-Württembergs ältester Stadt werde beim Wochenmarkt auf einem der Elefanten reiten. Der Haken an der Sache: Der OB hat nach Angaben des Schwarzwälder Boten von diesem Auftritt nichts gewusst.

Kritik vom Landestierschutzverband

Die beiden neuen Episoden reihen sich nahtlos in die Chronik von Vorfällen ein, mit denen die Zirkusfamilie Weisheit Aufmerksamkeit erregt. Regelmäßig spielen dabei die Elefanten des Amüsierbetriebs die Hauptrolle. Diese machen sich gerne mal selbständig – und die Gegend unsicher, in der sie gerade gastieren.

Es spricht Einiges dafür, dass die Vorfälle Methode haben. Das Ziel: Der Zirkus, der seine Gastspiele oft kurzfristig ansetzt, will ihn die Schlagzeilen, um sein Zelt zu füllen."Allein, dass da ständig ein Elefant rauskommt, ist ja schon seltsam", sagt Martina Klausmann vom Landestierschutzverband in Karlsruhe. Sie kritisiert: "Der Zirkus nimmt ein hohes Risiko für seine Elefanten in Kauf und für Passanten und Autofahrer genauso."

Noch keine Unterlassungserklärung

Eine weitere, gern eingesetzte Masche: Der Zirkus legt Freikarten aus, behält sich aber im Kleingedruckten einen Unkostenbeitrag von 5 Euro vor. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat die Betreiber deshalb bei ihrem kürzlichen Stopp in Freiburg abgemahnt. Auf die dabei geforderte Unterlassungserklärung von Afrikas Big Circus wartet die Organisation bisher vergebens.

Hintergrund: Afrikas Big Circus in Südbaden – ein wanderndes Problem

Autor: Peter Disch (mit dpa)