Klangbilder in die Köpfe gezaubert

Verena Wehrle

Von Verena Wehrle

Di, 02. Januar 2018

Aitern

WIE WAR’S BEIM ... Jahreskonzert der Trachtenkapelle Aitern in der Belchenhalle zum Abschluss des Jubiläumsjahres?.

SCHÖNAU. Mit ihrem Jahreskonzert in der Belchenhalle feierte die in diesem Jahr 50 Jahre alt gewordene Trachtenkapelle Aitern den gelungenen Abschluss ihres Jubiläumsjahres. Die Zuhörer genossen über zwei Stunden ein abwechslungsreiches Programm. Besonders mit ihren musikalischen Reisen begeisterten die Musiker.

Die Atmosphäre
Draußen starker Schneefall und drinnen zwar winterlich dekoriert, aber schön warm und gemütlich. Einige wenige Plätze waren noch frei, wohl dem Wetter geschuldet. Das gespannte und später aufmerksame sowie applaudierfreudige Publikum bestand überwiegend aus Aiternern sowie Freunden, Ehren- und Passivmitgliedern des Vereins aus der näheren Umgebung. Die Ansage machten Dirk Kiefer und Lena Pfefferle.

Die Jugend
Den Start auf der Bühne machte das Jugendorchester mit sieben Musikern unter Leitung von Marina Schelb mit drei Stücken, darunter drei Zöglinge in Ausbildung. Von den Aktiven wurden an diesem Abend zwei Jugendliche mit Jungmusiker-Leistungsabzeichen ausgezeichnet: Nadine Becker mit dem Abzeichen in Silber und Leonie Umber mit jenem in Bronze.

Das Programm
Dirigent Reinhard Schelshorn ist dafür bekannt, ein äußerst vielseitiges Programm zusammenzustellen. Dieses richtet sich nicht nach einem bestimmten Thema wie bei manch anderen Konzerten. Bekanntes trifft auf Unbekanntes, Älteres auf Neues, Schnelles trifft auf Gemütliches, verschiedene Genres wie Western, Polka, Marsch und mehr werden integriert.

Voluminöser, majestätischer Klang ist schon in der Eröffnungsfanfare "Vita Pro Musica" zu hören. Bei der blitzschnellen Melodie von "Centuria" fliegen die Finger über die Tasten.

Auch Solisten sind an diesem Abend zu hören, etwa als Julian Schelshorn im Mittelteil der Filmmusik zu "den Glorreichen Sieben" seine Liebeserklärung auf der Trompete erklingen lässt, oder beim gefühlvoll interpretierten Solo von Hubert Kessler beim "Tuba Spaß", das viel Puste und Konzentration erforderte. Mit diesem Stück wagte der Verein Außergewöhnliches. Neben klassischer Blasmusik wie dem Konzertmarsch "Domi Adventus" sorgte Modernes wie "Westernhagen Live" dafür, dass die Füße im Publikum mitwippten und zu den bekannten Melodien mitgesungen wurde. In der Zugabe "Ein halbes Jahrhundert" vertonte der Verein nochmals sein Jahresmotto.

Der Höhepunkt
Das Stück "Eine Schwarzwald-Wanderung" war mit Abstand der Höhepunkt des Abends. Darüber hörte man noch lange nach dem Konzert die Zuhörer loben. Das Tongemälde beschreibt die verschiedenen Stimmungen und Orte im Schwarzwald, beginnt mit ruhigen Klängen und Windgeräuschen im Morgengrauen, wird immer aufregender mit wilden Klängen zu tosenden Wasserfällen, bis es zum Ende des Tages die Sonne hinter den Bergen mit verträumten Klängen versinken lässt. Umrahmt wird die Musik mit Schwarzwaldbildern von Werner Steiger auf dem Beamer. Doch zur Vorstellungskraft bedarf es dieser Bilder nicht. Denn die Musik allein vermag es, viele Bilder im Kopf zu zaubern, der Zuhörer kann völlig in ihr versinken, sich fallen lassen und ist bis zum letzten Ton im Schwarzwald "gefangen". So viel Abwechslung, wie eben auch in der Landschaft des Schwarzwaldes steckt, steckte auch in diesem für die Musiker hoch anspruchsvollen Stück, das sie mit Bravour zu Gehör brachten. Schon gleich nach dem Stück war im Publikum mehrfach zu hören "Oh, war das schön". Ein weiterer Hörgenuss des Abends war das Stück "Norway Impressions", die zweite musikalische Reise.

Fazit
Wenn am Ende der Zuhörer denkt: "Schade, dass es schon vorbei ist", und dieses Bedauern sogar durch das Publikum mit einem lauten "Oh" ausgedrückt wird, während der Vorhang schließt, dann war es ein sehr gutes Konzert und ein Abend mit bester Unterhaltung.