Landwirte wollen den Wolf nicht

Verena Wehrle

Von Verena Wehrle

Di, 29. Mai 2018

Aitern

BLHV-Ortsverein Aitern kämpft für Fördergelder und spricht sich gegen die Einrichtung eines Wolfsgebietes im Südschwarzwald aus.

AITERN. In der Hauptversammlung des Ortsvereins des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) wurden vor allem zwei Themen besprochen: Die Offenhaltung der Landschaft und der Wolf. Die Landwirte wollen verhindern, dass im Südschwarzwald ein Wolfsgebiet ausgewiesen wird.

"Wenn hier in zwei Jahren ein Wolfsgebiet ausgewiesen wird, ist das der Untergang für uns", sagte der erste Vorsitzende Manfred Knobel. Derzeit sei im Nordschwarzwald ein erstes Wolfsgebiet ausgewiesen worden. Wenn dies auch im Südschwarzwald passiere, sei dies nicht durchdacht und unmöglich umzusetzen, so der Landwirt. Meterhohe Zäune in Hanglage zu setzen sei zum einen schwierig und auch die Jäger würden dies nicht befürworten, wenn kein Wild mehr durchkomme. "Landschaftspflege mit Ziegen und Rinder funktioniert nicht mit dem Wolf zusammen", betont Knobel. Zu dem Thema solle auch das Biosphärengebiet Stellung nehmen. Man müsse dranbleiben.

Manfred Knobel hat im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen im Landkreis besucht, in denen es vor allem um die Offenhaltung der Landschaft ging. Neue Richtlinien der Landwirtschaftsbehörde machen derzeit den Landwirten das Leben etwas schwerer. Denn diese will die Heidelbeerflächen nicht mehr als sogenannte Bruttoflächen gelten lassen, womit für diese Flächen dann die Fördergelder von Land und EU für den großen Aufwand für die Offenhaltung der Landschaft halbiert werden. Auf der anderen Seite steht die Naturschutzbehörde, mit der die Landwirte einen Vertrag abgeschlossen haben, eben um genau solche Flächen offenzuhalten, um die Artenvielfalt zu erhalten. Nun bestehe die Gefahr, dass des Geldes wegen viele Landwirte diese Offenhaltung beenden und diese somit zuwachsen. "In fünf Jahren haben wir dann dort Wald", so Knobel. Die Landwirte müssten nun darauf hoffen, dass sie keine Kontrolle bekommen, denn dann tritt die neue Richtlinie in Kraft. Dies findet Knobel nicht richtig. Die Landwirte der Region haben gegen diese neuen Richtlinien ein Schreiben aufgesetzt und an die Politiker verschickt. Mit Politikern wolle man nun direkt auf die Flächen gehen und ihnen die Problematik erläutern. "Wir müssen uns wehren", sagte Knobel.

Das Biosphärengebiet habe eine Umfrage bei den Landwirten durchgeführt zur Vermarktung von Hinterwälderfleisch. Knobel meinte dazu, dass eine Vermarktung allein nur von Hinterwälder-Rindern nicht funktionieren könne, da es davon schlichtweg zu wenig gebe. Außerdem gebe es an manchen Orten im Gebiet nur Vorderwälder und diese dürfe man nicht außen vorlassen.

Der Ortsverein plant einen Herbstausflug ins Werk von Kuhn Landmaschinen in Verbindung mit einer Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebs in Frankreich.