Alte Schätze, neues Leben

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Sa, 25. August 2018

Bahlingen

Der in Bahlingen ansässige Oldtimerstammtisch Kaiserstuhl hat sich der Restaurierung von Mopeds verschrieben .

BAHLINGEN. "Mit der Zündapp Bergsteiger von 1961 fing alles an", erzählt Daniel Vistra, der die Idee zur Gründung des Oldtimerstammtisches Kaiserstuhl hatte. Mit 18 Jahren hatte er begonnen, das alte Moped funktionstüchtig zu machen. Seitdem erweckt er mit Leidenschaft alte Schätze zu neuem Leben – und hat Freunde um sich versammelt.

Seit 2011 haben sie eine eigene Werkstatt, in der an mehreren Tischen gleichzeitig gearbeitet wird. Das Hobby ist generationenübergreifend, jeder hat seine eigenen Projekte und Fahrzeugvorlieben. Es ist eine lose Gemeinschaft von 15 bis 18 Personen, die sich trifft. "Wenn es was zu arbeiten gibt", sagt Bastler Kai lachend. Und das gibt es immer.

Die meisten haben einen Bezug zu den alten Fahrzeugen, da sie selbst damit gefahren sind oder sich daran erinnern, dass die Eltern das Modell fuhren. "Das ist das Leitbild. Und dann begegnet man so einer verrosteten Laube und es kribbelt in den Fingern", sagt Torsten. "Das Moped soll wieder so aussehen, wie es in der Erinnerung war. Und schon wird es zum Hobby. Oft wird zur Reparatur ein zweites Moped des gleichen Modells als Ersatzteillager gekauft, das dann als zu schade zum Ausschlechten erachtet und ebenfalls repariert wird. In der einschlägigen Literatur, die beim Reparieren hilft, finden sich andere interessante Modelle – und schon ist die Sammelleidenschaft erwacht.

Jeder hat andere Vorlieben. Allen gemeinsam ist das Hochgefühl, wenn die alten Motoren wieder laufen und die Maschinen wieder glänzen. "Es ist einfach schön, die alten Sachen zu reparieren und zu wissen, dass sie vielleicht noch 50 bis 100 Jahre alt werden", schwärmt Daniel. Ein positiver Nebeneffekt: Die Mopeds haben aufgrund des momentanen Interesses einen höheren Marktwert. Verkaufen will aber keiner.

Es ist die alte Technik, die fasziniert. Und wie die Hersteller verschiedene Ideen umgesetzt haben. Pausierende Projekte hängen in der Werkstatt hoch oben an der Decke. "So braucht man sie nicht dauernd aus dem Weg schaffen. Aber irgendwann...", sagt er mit einem liebevollen Blick auf die noch nicht zum Leben erweckten Maschinen.

Treten beim Reparieren Probleme auf, werden sie gemeinsam angegangen.Auch beim Pressegespräch beginnt gleich das Fachsimpeln. Selbstverständlich tauschen die Freunde Ersatzteile untereinander aus oder besuchen gemeinsam die entsprechenden Märkte. "Wir verbringen viel Zeit mit unseren Lieblingen. Unsere Partnerinnen müssen leidensfähig sein", sagt Torsten. Zum Ausgleich gibt es gemeinsame Ausfahrten, bei denen die Familie teilhaben darf. Die Kinder dürfen dann beispielsweise im Krankenfahrzeug "Krause Duo 1/4" aus der ehemaligen DDR mitfahren – da ist Platz für zwei.

Und was reizt am Fahren mit 50 Kubik? "Das entschleunigte Fahren", sagt Kai mit strahlenden Augen. "Es ist das Gefühl zu fahren wie mit 15. Und macht auf eine ganz andere Art Spaß", stimmt Daniel mit ein.

Info: Interessierte, auch am Mitbasteln, sind herzlich willkommen. Treffpunkt ist der Silberberghock am alten "Bad Silberbrunnen". Öffnungszeiten: Donnerstags ab 16 Uhr, Freitag ab 14 Uhr, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr.