Altmeister rocken das Café

Ulrike Le Bras

Von Ulrike Le Bras

Mi, 03. Januar 2018

Friesenheim

Jo Neckermann und Freunde bringen Hochstimmung ins (vorerst) letzte Konzert im "Olympia".

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM. Für Freunde handgemachter Musik hat es im Café Olympia einen Knaller gegeben: Die lokale Livemusik-Legende Jo Neckermann und seine Musikerfreunde Erwin Busam, Pit Köther und Bernd Wetzel präsentierten vor vollem Haus Vintage Beat and Rock vom Feinsten.

Wieder einmal haben "die Schopfemer" deutlich gemacht, dass sie die Feste zu feiern verstehen, wie sie fallen. Und wenn ein solches Fest auf den Abend vor Silvester fällt: Dann haben sie kein Problem damit, zwei Nächte hintereinander die Post abgehen zu lassen. Denn das Konzert im Café Olympia war ja nicht nur einfach ein Konzert, sondern es war das letzte, das in der Traditionskneipe unter der Leitung von Jürgen Röderer stattgefunden hat. Kehraus, sozusagen. Deshalb sind nicht nur die nächsten Nachbarn schnell mal über die Straße geschlappt, um bei einem Bierchen Tschüss zu sagen, nein, stellenweise hatte man den Eindruck, dass das halbe Dorf auf den Beinen war, um sich mutig ins saunawarme Gedränge vor dem Tresen, in den Windfang oder (den milden Temperaturen sei’ s gedankt) gleich draußen vor die großen Fensterscheiben zu stellen und mitzurocken. Was kein Wunder war bei der Band, die im bunten Scheinwerferlicht ein musikalisches Feuerwerk zündete.

Erfahrungen mit Udo Jürgens und Johnny Hallyday

Mochte Frontmann Jo Neckermann auch ab und zu mit dem Alter kokettieren: "Vielen Dank, dass Ihr gekommen seid zu einem Konzert von vier alten Männern, die noch ältere Musik machen", oder die die zweite Pause "aus urologischen Gründen" ankündigen.

Das Quartett zeigte, dass die "vier alten Männer" es einfach drauf haben mit dem Auf-der-Bühne-stehen-und-Gas-geben.

Und das seit Jahren: Gitarrist Jo hat als Jugendlicher noch die legendäre Kellerkneipe "U-Bahnhof" in Lahr persönlich erlebt, Drummer Pit hat 1965 in Offenburg mit dem damals dort als Soldat stationierten und erst kürzlich verstorbenen französischen Raubein Johnny Hallyday musiziert, Basser Erwin und Keyboarder Bernd kennen den unvergessenen Udo Jürgens aus eigenem Erleben.

So war es nur natürlich, dass die Gäste des "Olympia" an diesem Abend einen Kracher nach dem anderen zu hören bekamen, frei nach dem Motto "Born to be Wild": Angefangen mit dem besser als Pink-Panther-Thema bekannten Instrumentaltitel "Peter Gunn" von Henry Mancini, über "Come Together" von den Beatles, "Sympathy for The Devil" von den Stones, oder das "House of The Rising Sun" (um nur ein paar der vielen Songs zu nennen), allesamt aus der Rubrik gute alte Stücke, bei denen man einfach mitgehen muss, weil diesen knackigen Riffs, herzzerreißenden Licks, verwobenen Synthie-Keyboard-Sounds und polternden Drums keiner widerstehen kann. Als Zugabe gab’s dann noch "Knocking On Heaven’s Door". Bleibt nur ein Fazit: geiles Konzert.