Supermond

Am Montag wird der Mond glutrot – und dann erst wieder 2028

Richard Heister, AFP

Von Richard Heister & AFP

So, 20. Januar 2019 um 21:33 Uhr

Panorama

Erst dann wird das Spektakel von Deutschland aus wieder gut sichtbar sein. Frühaufsteher können aber schon am Montag eine totale Mondfinsternis erleben. Die wichtigsten Fakten zu einem himmlischen Schauspiel.

Montag ist der Tag des Blutmonds – oder besser des Kupfermonds, des Supermonds oder gar des roten Riesenvollmonds? Jedenfalls können Frühaufsteher bei wolkenfreiem Himmel Zeuge eines kosmischen Schauspiels werden, das Astronomen früher schlicht totale Mondfinsternis in Erdnähe nannten.


In glutrotes Licht getaucht

Wer am Montag vor 6.45 Uhr zum Mond hinaufschaut, wird den sonst so strahlenden Vollmond zwischen den Sternbildern Zwillinge und Krebs in ein glutrotes Licht getaucht sehen. Um das Finsternisspektakel in seiner gesamten Länge zu verfolgen, müssen Himmelsgucker allerdings schon früh aus dem Bett, wie die Vereinigung der Sternfreunde und das Haus der Astronomie in Heidelberg mitteilten.

Himmlisches Wechselspiel
Bereits um kurz nach 4.30 Uhr beginnt der Mond, sich langsam in den Erdschatten zu schieben. Bei einer Mondfinsternis steht die Erde nämlich zwischen Sonne und Mond – der Vollmond taucht in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft. Finsternisse sind also das Ergebnis des himmlischen Wechselspiels von Sonne, Mond und Erde.

Rötliches Restlicht
Bei einer totalen Mondfinsternis wird der Mond allerdings nicht etwa vollständig schwarz, sondern er leuchtet kupferfarben bis orangerot. Das Phänomen entsteht durch die Brechung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre, wobei langwelliges rötliches Restlicht in den Kernschatten gelenkt wird.

Kosmische Knabberei
Wenn er langsam in den Schatten der Erde eintaucht, sieht der Mond laut Vereinigung der Sternfreunde und Heidelberger Haus der Astronomie zunächst wie ein angebissener Keks aus. Bald darauf fehlt ein größeres Stück, und es entsteht der Eindruck, es sei Halbmond. Angesichts dieser kosmischen Knabberei glaubten übrigens die alten Chinesen, dass ein Himmelsdrache den Mond verschlingt.

63 Minuten totale Verfinsterung
Um 5.41 Uhr ist die Mondscheibe dann völlig vom Erdschatten bedeckt – die Phase der totalen Verfinsterung beginnt. Um 6.12 Uhr ist die Mitte der Finsternis erreicht, ab dann schleicht sich Erdtrabant wieder langsam aus dem Schatten der Erde hinaus. Um 6.44 Uhr ist die totale Mondfinsternis vorbei, aber zunächst bleibt der Mond noch teilweise verfinstert.

Zehn Prozent größer
Weil der Erdbegleiter dann sehr niedrig über dem Horizont steht, wird er größer aussehen als sonst. Dieses Phänomen ist seit langem als eine optische Täuschung bekannt – doch an diesem Montagmorgen steht der Mond der Erde zusätzlich noch besonders nahe, und die Mondscheibe ist daher tatsächlich gut zehn Prozent größer als gewöhnlich. Kurze Zeit später wird der Mond dann hinter dem Horizont versinken. Gegen 8 Uhr wird er untergehen.

Mondbahn leicht geneigt
Dass eine Mondfinsternis nicht jedes Mal bei Vollmond auftritt, ist auf die leichte Neigung der Mondbahn gegen die Ekliptik – die Ebene der Erdbahn – zurückzuführen. Wegen dieser Neigung von rund fünf Grad wandert der Mond auf seiner Bahn um die Erde meist ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei.

Im Drachenpunkt wird es dunkel
Nur wenn der Vollmond exakt in einem der beiden Schnittpunkte von Mondbahn- und Erdbahnebene steht, wird er vom Erdschatten erfasst. Diese Schnittpunkte werden auch Drachenpunkte genannt – in Anlehnung an die chinesische Mythologie und das Bild vom Himmelsdrachen.