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09. Mai 2009

Amann: Vorwärts schauen

Der neue Vorsitzende des Deutsch-Französischen Freundeskreises wartet mit Fülle von Ideen auf

  1. Der neue Vorstand des Deutsch-Französischen Freundeskreises (von links): Michael Berger, Harald Jung, Antje Maurer, Bürgermeister Ulrich Krieger, Nadia Amann, Monika Terbeck, der neue Vorsitzende Torsten Amann, Gretel Jung und Christian Zimmermann mit Gobelin Foto: WINFRIED DIETSCHE

LAUFENBURG. "Kopf hoch und vorwärts schauen. Wir wollen nicht in alten Geschichten rumbohren." Unter dieser Devise und mit einer Fülle von Ideen für ein besseres Miteinander will Torsten Amann als frisch gewählter Vorsitzender des Deutsch-Französischen Freundeskreises von Laufenburg (siehe auch BZ vom vergangenen Mittwoch) das Frustfinale seiner Amtsvorgängerin Monique Malleis vergessen machen. Bürgermeister Ulrich Krieger will den Verein in dessen Zielen unterstützen und betont: "Die Partnerschaft mit Le Croisic liegt mir sehr am Herzen."

Amann, 42 und Vizekommandant der Feuerwehrabteilung Laufenburg, spricht französisch; seine Frau Nadia, zweite Stellvertreterin im Freundeskreis, ist Französin. Per Powerpoint-Präsentation zeigten der neue Vormann und der ebenfalls neue erste Stellvertreter Michael Berger in der Hauptversammlung am Donnerstagabend im Hotel Rebstock auf, was sie alles tun wollen, "um Verbindungen, Begegnungen und Freundschaften zu fördern" und – wie Amann heraushob – die Arbeit fortzuführen im Sinn des gestorbenen Gründervaters der Partnerschaft, des früheren Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Karl Eckert.

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Als Schwerpunkt und Grundlage für eine dauerhafte Zukunft der Jumelage sollen der Schüler- und Jugendaustausch beibehalten und forciert werden; es soll ein kleines Handbuch aufgelegt werden mit touristischen Hinweisen, Ausflugstipps und Übernachtungsmöglichkeiten für Le-Croisic-Reisende; in Laufenburg soll die Kommunikation in Sachen Jumelage (Amann: "Das ist ein ganz großes Anliegen") verbessert werden, etwa mit der Gründung eines Komitees aus Stadtverwaltung, Gemeinderat, Vereinen und Freundeskreis); in einem jährlich alternierenden Turnus sollen sich Gruppen aus Laufenburg und Le Croisic etwa zur Fasnacht oder zum Weihnachtsmarkt regelmäßig gegenseitig besuchen; der bretonische Partnerverein soll kontinuierlich über Aktivitäten in Laufenburg unterrichtet werden (auch mit – jeweils übersetzten – Protokollen von Sitzungen und Versammlungen); intern soll der Kontakt gefördert werden etwa bei gemeinsamen Wanderungen, Grillfesten oder auch französischen Kochabenden; intensiviert werden sollen die Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel mit einer eigenen Homepage) und die Werbung neuer – und da gerade auch junger – Mitglieder.

Der scheidenden Vorsitzenden, die 28 Jahre dem Vorstand angehörte, davon 14 an erster Stelle, sowie deren Ehemann Michael Malleis, der als Schriftführer ebenfalls demissionierte, dankte Amann "für die tolle Arbeit über die ganzen Jahre hinweg". Nadia Amann überreichte Monique Malleis einen Blumenstrauß.

Keine Feier zum 35-Jährigen – für Malleis "sehr peinlich"
In ihrem letzten Jahresbericht hatte die bisherige Vorfrau noch einmal dokumentiert, wie enttäuscht sie zuletzt war. Malleis blickte fast nur zurück auf das, was zu ihrem tiefen Bedauern 2008 nicht stattfand: eine Feier zum 35-jährigen Bestehen der Jumelage. "Die größte Enttäuschung" und "sehr peinlich" war das in ihrem Empfinden. "Die Beziehungen leider darunter und schlafen vielleicht sogar ein", kritisierte sie. Eine Reservierung des Festsaals in Le Croisic ohne Nachricht an Laufenburg, ein Brief aus Le Croisic ans Waldstadt-Rathaus, der "spurlos verschwunden" sei, eine offizielle Einladung nach Laufenburg, die rückgängig gemacht worden sei, 20 vergeblich reservierte Reiseplätze im Zug gen Bretagne, keine Resonanz auf das Angebot einer Fahrt für Vereine zum Karneval nach Le Croisic: All dies listete Malleis in ihrem Lamento auf.

"Es ist bedauerlich, wie das Ganze gelaufen ist", räumte Bürgermeister Krieger ein, "aber wir sollten nicht zu sehr in die Vergangenheit blicken. Wir fangen hier noch mal an." Mit dem Wechsel von Malleis, die in ihrem langjährigen Engagement "viel angestoßen" habe, zu Amann gehe eine Ära zu Ende und stehe der Freundeskreis "an einem Wendepunkt", so der der nunmehr seit gut zwei Monaten amtierende Verwaltungschef, der kraft Amtes dem Vorstand angehört. Mit dem in der Jumelage schon seit Jahren aktiven Amann und dessen Team sieht Krieger den 150 Mitglieder starken Verein "in Zukunft sehr, sehr gut aufgestellt".

Autor: Winfried Dietsche