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17. August 2012 13:22 Uhr
Fußball
Amateur gegen Profi: Offenburger FV spielt gegen St. Pauli
Einzug in die erste DFB-Pokalrunde und Zulosung des Bundesligazweitligisten FC St. Pauli: der Offenburger FV hat das große Los gezogen. 10.000 Zuschauer werden am Samstag im ausverkauften Karl-Heitz-Stadion erwartet.
Die Kultkicker vom Kiez, die im Milieu der Hafenarbeiter und Handwerker verwurzelt sind, brachten mit dem Spieler und späteren DFB- Bundestrainer Helmut Schön eine der bekanntesten Fußballgrößen hervor. Dennoch stand der Kiezclub stets im Schatten des mächtigen Hamburger SV. Nach dem spektakulären Aufstieg in die erste Bundesliga 1977 musste der FC St. Pauli immer wieder sportliche und finanzielle Rückschläge verkraften und bekam danach das Image einer Fahrstuhlmannschaft.
Zwischenzeitlich hat sich der Verein modernen Strukturen unterworfen und kämpft unter der Regie von Trainer André Schubert um den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga.
Der FC St. Pauli hat sich für die laufende Zweitligasaison in allen Mannschaftsteilen qualitativ gut verstärkt, so dass die Zielsetzung Wiederaufstieg durchaus realisierbar erscheint. Zwar blieb der Saisonstart mit zwei Punkten nach zwei Pflichtspielen sicherlich hinter den Erwartungen zurück. Doch wird sich in der langen Saison letztlich Erfahrung und sportliche Qualität durchsetzen.
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Dass der Oberligist Offenburger FV als krasser Außenseiter ins Rennen geht, steht außer Frage, doch sind im DFB-Pokal stets die Amateurvereine das Salz in der Suppe und immer wieder für überraschende Spielergebnisse gut. Aufgrund der vorhergesagten hochsommerlichen Außentemperaturen von rund 33 Grad am Nachmittag werden alle Fußballer an ihre physische Leistungsgrenze gehen müssen. So könnten Konzentrationsmängel und kleine Unaufmerksamkeiten durchaus für Überraschungen sorgen.
"Der Fokus von uns allen ist nur noch auf das Pokalspiel gerichtet. Im Tagesgespräch innerhalb der Mannschaft steht ganz klar der FC St. Pauli im Mittelpunkt. Wir alle sind sehr angespannt, freuen uns aber auf das Spiel. Die gesamten Umstände, die Kameras und die vielen Zuschauer werden bei unserer Mannschaft einen Leistungsschub bewirken, so dass wir ein gutes Spiel abliefern werden," sagt Adrian Vollmer, Mannschaftskapitän des Offenburger FV. "Ich erwarte, dass sich unsere Mannschaft morgen positiv präsentiert und ohne Angst mutig und frech aufspielt. Bei der Stadt Offenburg müssen wir uns bedanken, denn ohne deren Unterstützung wäre das Spiel im Karl-Heitz-Stadion nicht möglich gewesen", so das Fazit des OFV-Aufsichtsratsmitglieds und langjährigen Bundesligaspielers Bernd Schmider.
Kapitän Adrian Vollmer
Dass der Favorit FC St. Pauli die erste Pokalrunde gegen den Amateurverein aus der Ortenau nicht auf die leichte Schulter nimmt, ist daran zu erkennen, dass beim ersten Pflichtspiel des Offenburger FV gegen SGV Freiberg am vergangenen Wochenende Thomas Meggle als Spielbeobachter des FC St. Pauli im Karl-Heitz-Stadion weilte.
"Wir gehen als krasser Außenseiter in dieses Pokalspiel und werden versuchen, so lange wie möglich zu Null zu spielen, was beim Gegner möglicherweise Unruhe und Nervosität auslösen könnte. Der OFV hat sich in der Vergangenheit gegen große Mannschaften wie Dortmund, Stuttgart, Mainz und Freiburg immer mit guten Leistungen aus der Affäre gezogen. Keinesfalls werden wir das Spiel schon im Vorfeld verloren geben", sagt der Co-Trainer des OFV, Sven Wahle.
Auf die Frage, wie ein Amateurverein gegen die Profis spielen muss, antwortete Mannschaftskapitän Adrian Vollmer mit einem Versprechen: "Wir werden versuchen, kompakt zu stehen und möglichst lange in Ballbesitz zu bleiben, um unnötige Laufwege bei den hohen Außentemperaturen zu vermeiden. Wir werden sicherlich physisch und psychisch an unsere Leistungsgrenzen gehen, viel trinken und angestachelt durch die vielen Zuschauer ohne Ende rennen."
Autor: jn





