Amerika entthront Europa

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Von dpa

Mo, 10. September 2018

Leichtathletik

Mit dem Continental Cup schließen die Stadion-Leichtathleten die Saison ab / Jungfleisch Vierte.

OSTRAVA/FREIBURG (dpa/gg). Speerwurf-Europameister Thomas Röhler hat seine Saison mit dem sechsten Sieg beendet und sich mit 30 000 US-Dollar (25 925 Euro) Prämie in den Urlaub verabschiedet. Der Olympiasieger aus Jena blieb im K.o.-Duell nervenstark und gewann die Konkurrenz am Sonntag mit 87,07 Metern im entscheidenden fünften Versuch. Für den Thüringer, der in Ostrava für das Team des durch Amerika entthronten Cup-Verteidigers Europa startete, war es der sechste Sieg im 16. Saisonwettkampf.

Bis dato letzter deutscher Speerwurfsieger bei einem Leichtathletik-Weltcup – dem Vorgänger des Continental Cups – war vor 33 Jahren Ex-Weltrekordler Uwe Hohn. "Durch die neuen Regeln und die Messprobleme des Kampfgerichts war das ein schwieriger Wettkampf, aber eine ordentliche Weite und ein klarer Sieg als Saisonabschluss", sagte Röhler. "Wir sind zufrieden und planen die neue Saison."

Das Team Amerika (Nord/Mittel/Süd) gewann den Kontinental-Vergleich zum zweiten Mal (zuvor 2010). Mit 262 Punkten setzten sich die Amerikaner, bei denen in den meisten Disziplinen je ein Sportler aus den USA und dem Rest des Kontinents starteten, vor Europa (233), Asien-Pazifik (188) und Afrika (142) durch.

Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong (Zweibrücken) vergab den greifbaren Sieg mit schwachen 55,05 Metern erst in der letzten Runde im Duell mit der Chinesin Huihui Lyu (57,88). Dritte Plätze für das Team Europa steuerten Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo, Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz bei.

Um die Wettbewerbe spannender zu machen, hat der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) in Ostrava nicht nur ein Gesamtpreisgeld von 2,686 Millionen US-Dollar (2,309 Millionen Euro) ausgelobt, sondern auch neue Formate getestet. So gab es in den Wurf- und Sprungdisziplinen (Weit-/Drei-) jeweils fünf Durchgänge. Nur das Finalduell in Runde fünf entschied schließlich über den Sieger.

Schon im Vorfeld gab es Bedenken. "Das ist ein echt verrücktes Regelwerk: Du kannst im ersten Versuch Weltrekord werfen und bist dann in der fünften Runde gar nicht mehr dabei", hatte Röhler gesagt. "Ich hoffe die IAAF bemerkt, dass dieses Format für die technischen Wettbewerbe Müll ist", wetterte Weitspringer Henry Frayne (Australien) auf Twitter. Diskuswurf-Olympiasiegerin Sandra Perkovic kostete das Experiment den Sieg. Die Kroatin packte zwar mit 68,44 Metern den besten Wurf aus, wurde aber nur Zweite: Im entscheidenden Duell war ihr Wurf ungültig, die bis dahin nur zweitplatzierte Kubanerin Yaime Pérez musste nur noch liefern (65,30 Meter).

Im Hochsprung der Frauen, den Europameisterin Maria Lasitskene mit übersprungenen zwei Metern gewann, steuerte die in Freiburg aufgewachsene Marie-Laurence Jungfleisch als Vierte fünf Punkte für das Team Europa bei. Die vielfache Deutsche Meisterin, die vor einigen Wochen als Dritte bei der EM in Berlin ihre erste internationale Medaille geholt hatte, übersprang 1,91 Meter.