An den Ort eines Fünffach-Mordes

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Sa, 25. August 2018

Kleines Wiesental

Mit "BZ Hautnah" geht es zum Gedenkstein bei Elbenschwand.

KLEINES WIESENTAL/HÄGELBERG (rbr). In der Reihe "BZ-Hautnah" gibt es am kommenden Mittwoch, 29. August, eine Exkursion zum Gedenkstein am Hirschberg oberhalb von Elbenschwand. Der 2015 aufgestellte Findling erinnert an die Ermordung von fünf jungen osteuropäischen Zwangsarbeitern am Ende des Zweiten Weltkriegs. Treffpunkt der Teilnehmer mit dem KuK-Vorsitzenden Hans Viardot ist um 14 Uhr beim Krone-Museum in Tegernau.

Es war ein brutaler Mord in brutaler Zeit. Anfang 1945 erschossen Hitlerjungen der Organisation "Werwolf" zunächst im Hägelberger Wald drei und später am Hirschberg bei Elbenschwand noch weitere fünf osteuropäische Zwangsarbeiter. Gemeinsam hatten die jungen Leute zuvor Unterstände für den von den Nazis geplanten Partisanenkampf gegen die vorrückenden Franzosen ausgehoben. Die Zwangsarbeiter wurden umgebracht, um sie daran zu hindern, über die zuvor ausgeführten Arbeiten zu reden. Veranlasst hatte den Mord der die jungen "Werwölfe" anleitende Leutnant Kurt Rahäuser, ein fanatischer Nationalsozialist. Recherchiert hat die tragische Geschichte der Lörracher Lokalhistoriker Hansjörg Noe. Detailliert nachzulesen ist sie unter anderem in seinem Buch "Steinen im Nationalsozialismus". Der drei Opfer im Hägelberger Wald wird – auf Initiative des damaligen Ortsvorstehers Hans-Georg Koger und von Schülern des Schulzentrums – seit 1996 mit einer Bronzetafel gedacht. Dafür, dass auch der Tod ihrer fünf Leidensgenossen in Erinnerung bleibt, sorgt seit 2015 ein auf Veranlassung der Initiative Kunst und Kultur aufgestellter Gedenkstein. Dorthin werden die Teilnehmer der BZ-Hautnah-Veranstaltung wandern.