An den Playoffs schnuppern

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

So, 09. September 2018

EHC Freiburg

Der Sonntag Der EHC Freiburg hat sich für die kommende Zweitliga-Saison viel vorgenommen.

Es wird wieder kalt in Freiburg. Und das ist auch gut so, zumindest wenn es nach den Anhängern des EHC Freiburg geht. Denn die "Wölfe" starten kommende Woche in ihre vierte DEL-2-Saison seit dem Wiederaufstieg. Ihr Ziel: Die Klasse halten und möglichst ein Wörtchen um die Playoff-Ränge mitreden.

Diese Vorgabe geht einher mit personellen und strukturellen Änderungen in Mannschaft und Verein. Der EHC will professioneller auftreten. Gleichzeitig soll die Aufgabe wieder mit vielen Eigengewächsen und dem ganz eigenen Spirit angegangen werden.

Dabei gab es im Laufe des Sommers verhältnismäßig viel Fluktuation im Wölfe-Kader. Leistungsträger haben das Team verlassen. Junge, aufstrebende Akteure und kampferprobte Recken sind zur Mannschaft gestoßen. Nach einer schwierigen Saison – geprägt von Verletzungen, fehlender Konstanz und Profis, die hinter den Erwartungen zurückblieben – konnte die Klasse erst in der Abstiegsrunde gehalten werden. Schnell stand fest: Es muss etwas geschehen im Freiburger Westen. Und es geschah etwas: Zehn neue Spieler stießen zu den Wölfen. Sie muss Trainer Leos Sulak integrieren.

Ihnen gegenüber stehen elf Abgänge – zum Teil absolute Leistungsträger wie Eigengewächs Chris Billich, der in der Vorsaison gemeinsam mit Niko Linsenmaier Topscorer der Wölfe war. Oder Torhüter Miroslav Hanuljak, der gerade in der heißen Phase der Saison zu Höchstleistungen auflief. Oder aber der Kanadier Mark Mancari, der während der Saison zum EHC stieß und sofort zum Dreh- und Angelpunkt im Freiburger Spiel avancierte.

Geschlafen hat man an der Ensisheimer Straße im Sommer allerdings nicht und adäquat nach- und aufgerüstet. Alle vier Kontingentstellen für Spieler mit ausländischem Pass wurden neu besetzt. Die Tschechen Radek Havel (Abwehr) und Jiri Fronk (Sturm) sowie die Nordamerikaner Mason Baptista (Sturm) und Alex Miner Barron (Abwehr) konnten in der Vorbereitung überzeugen. Weitere vielversprechende Zugänge wie der technisch starke Angreifer Sergej Stas oder die jungen Abwehrtalente Marvin Neher und Christoph Frankenberg haben ebenfalls schon ihre DEL-2-Tauglichkeit bewiesen. Im Tor ist in Matthias Nemec, der vom insolventen SC Riessersee kommt, ein gestandener Rückhalt verpflichtet worden. Sein Backup ist der Ex-Ravensburger Jimmy Hertel. Darüber hinaus hat der harte Kern der Wölfe-Equipe dem Klub die Treue gehalten. Rekordspieler Tobias Kunz, Sturmjuwel Niko Linsenmaier und der Mannschaftskapitän Philip Rießle – sie alle entstammen der EHC-Talentschmiede und reiften im Breisgau zu Eckpfeilern der Mannschaft. Langjährige EHC-Recken wie Jannik Herm, Alex Brückmann und Marc Wittfoth blieben ebenfalls. Sogar ein Dennis Meyer mit seinen 41 Jahren ist noch nicht müde und hängt noch eine Saison dran. Insgesamt zwölf Akteure aus der vergangenen Saison schnüren auch künftig beim EHC die Schlittschuhe.

Neun Testspiele haben die Freiburger absolviert. Vier davon wurden gewonnen, zuletzt gegen den Schweizer Zweitligisten Ticino Rockets, den man verdient mit 3:2 schlug. Je öfter die Mannschaft gemeinsam auf dem Eis stand, umso besser funktioniert sie. Ein Trip nach Schottland für zwei Testspiele stärkte das Mannschaftsgefüge. "Wir haben insgesamt eine jüngere Mannschaft als in den vergangenen Jahren", stellt Kapitän Philip Rießle fest, versichert aber, dass die Chemie stimme. "Der Idealfall wäre, dass wir attraktives Eishockey spielen und damit Erfolg haben", ergänzt Wölfe-Trainer Sulak. Aus der Führungsetage heißt es, dass ein einstelliger Tabellenplatz mit dem aktuellen Kader das Ziel sein müsse. Die jüngsten Auftritte nähren diese Hoffnung.

Fehlen wird den Breisgauern in Zukunft die Unterstützung des ehemaligen Lokalrivalen aus Schwenningen, der in den zurückliegenden Jahren Kooperationspartner der Freiburger war. Sogenannte Doppellizenzspieler konnten so in DEL und DEL 2 auflaufen. Zu selten wurde die Zusammenarbeit der beiden Klubs jedoch mit Leben gefüllt, da beide mit Verletzungen und um wichtige Punkte zu kämpfen hatten. Nun kooperieren die Schwenninger Wild Wings mit den Ravensburg Towerstars.

Neues Team um Karlin

Auch im und rund um das Stadion hat sich einiges getan: Neue Strukturen im Klubmanagement wurden gelegt. In den Unternehmern Michael Müller und David Bartholomä für die Sponsoren-Akquise sowie Schatzmeisterin Martina Müller wurde das Team um Klubchef Werner Karlin neu aufgestellt, der Etat erhöht und einige Neuerungen für Fans und Mannschaft geschaffen. So wurde unter anderem der VIP-Raum neu gestaltet, die Kabinen renoviert und – am auffälligsten – eine große Videoleinwand an der Südwand der Franz-Siegel-Halle installiert.

Die Zeichen stehen auf Aufbruch beim EHC. Wer sich selbst von den Fähigkeiten der Puckjäger überzeugen möchte, der kann dies von Freitag an wieder regelmäßig tun. Dann beginnt, mit einem Auswärtsspiel gegen die Lausitzer Füchse, die neue Saison. Das erste Heimspiel gibt’s dann am Sonntag, 16. September (14 Uhr), gegen Bad Tölz.