Wohnungsmarkt

An der Josefstraße in Rheinfelden soll ein Baugebiet entstehen

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 17. Januar 2019 um 09:00 Uhr

Rheinfelden

Rheinfelden versieht das momentan ungenutzte Areal des früheren Jahnstadions am Campus mit einer Bauleitplanung, um Wohnungsbau zu ermöglichen .

Trotz zahlreicher Neubauprojekte ist bislang keine Entspannung auf dem städtischen Wohnungsmarkt in Sicht. Die Stadt versieht nun mit dem Restareal des früheren Jahnstadions an der Josefstraße eine der größten Baulücken im Kernstadtbereich mit einer Bauleitplanung, um dort normalen und auch sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Der Bau- und Umweltausschuss empfahl in seiner Sitzung am Dienstag, mit dem Bebauungsplan für die Grünfläche zwischen Kaminfegerstraße und Jahnstraße in eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zu gehen.

"Es geht um das kleine Gebiet in Nachbarschaft des Campus", leitete Oberbürgermeister Klaus Eberhardt in die Thematik ein. Im Flächennutzungsplan sei für dieses Gebiet bereits Wohnbebauung vorgesehen.

Christiane Ripka von der Stadtplanungsabteilung übernahm die Vorstellung: Auch aus früheren Erfahrungen heraus wolle man das Areal mit einem Bebauungsplan versehen, um Art und Maß der Bebauung festlegen zu können.

Zwei Anlagen mit je 30 bis 40 Wohneinheiten

Da das Gebiet innerhalb des Geltungsbereichs der Seveso-III-Richtlinie liegt, musste zunächst geprüft werden, ob eine neue Wohnbebauung dort innerhalb des Störfallradius der Industrie möglich ist. Die Flächen des Bebauungsplans Josefstraße liegen in der Planungszone 2 des städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Dort sind Wohnanlagen mit bis zu 40 Wohneinheiten erlaubt.

Das Gebiet soll in zwei Teile untergliedert werden, eines nördlich, an der Ecke Kaminfegerstraße, mit einem blockrandartigen und in sich abgeschlossenen Wohnareal und angrenzend im Süden ein Teil mit drei Stadtvillen. In beiden Anlagen sollen je 30 bis 40 Wohneinheiten entstehen.

Das Baugebiet ist zentrumsnah, bereits voll erschlossen und die soziale Infrastruktur (etwa Schulen und Kindergärten) ist vorhanden. "Dieser Entwicklungsmöglichkeit soll Vorrang vor dem Ausweisen neuer Flächen im Außenbereich gegeben werden", heißt es im schriftlichen Teil des Bebauungsplanentwurfs.

Sozialer Wohnbau soll berücksichtigt werden

Vorgesehen ist eine Ausweisung als allgemeines Wohngebiet. Die Geschossigkeit soll sich mit drei bis vier Stockwerken ohne zusätzliches Attikageschoss der Nachbarschaft anpassen. Stellplätze sind je nach Wohnungsgröße vorzuhalten: für eine Wohneinheit bis 50 Quadratmeter (qm) ein Stellplatz, für 50 bis 100 qm rechnerisch 1,5 und für größere Wohneinheiten zwei Stellplätze. Festgesetzt werden soll auch, dass auf Teilen der Fläche sozialer Wohnungsbau vorgenommen werden soll.

Von der vorzeitigen Beteiligung von Behörden und Bürgern erwartet sich die Stadt im Vorfeld Erkenntnisse darüber, welche Einwände zu erwarten sind.

Einige der möglichen Einwände im Beteiligungsverfahren spielten bereits während der Diskussion in der Sitzung eine Rolle. Willi Hundorf teilte mit, die SPD bedauere, dass ein Grünstreifen in der Stadt wegfallen solle; man könne es in diesem Fall aber akzeptieren. Allerdings bitte man darum, in Zusammenhang mit einem mit Bauherren abzuschließenden städtebaulichen Vertrags festzulegen, dass die Hälfte der Bebauung dem sozialen Wohnungsbau entsprechen solle.

Die Grünsituation ist ein Thema

Der OB bestätigte, dass ein städtebaulicher Vertrag solche Möglichkeiten zur Regulierung biete. Vorteil sei, dass die Stadt über die Grundstücke verfüge. Es liege letztlich beim Gemeinderat, ob durch einen günstigen Verkaufspreis stärkere Vorgaben für sozialen Wohnungsbau umgesetzt werden könnten.

Dieter Meier (CDU) fragte nach, ob es zu einem Konflikt zwischen Wohnen und der direkt benachbarten Campus- und Realschulnutzung kommen könnte. Eberhardt sagte: "Ich halte Wohnen und die Schulnutzung nebeneinander für vereinbar." Zumal zwischen dem Campus und der Bebauung ohnehin ein 24-Meter Grüngürtel bestehen bleiben soll.

Heiner Lohmann sagte für die Grünen, er sei für die dortige Wohnraumschaffung, dennoch brauche eine Stadt ihre grünen Lungen. Es sei bedauerlich, dass bei Nachverdichtungen Grünflächen ohne Kompensation verschwänden. Der OB dazu: "Ihren Ausführungen zum Flächenverbrauch kann ich folgen." Auch andere Räte sprachen die Grünsituation an. Ansonsten wurde in der Diskussion zu bedenken gegeben, dass man gleich eine starke Radnutzung einplanen und darüber nachdenken solle, wegen des zu erwartenden Parkdrucks vielleicht eine Buslinie in die Josefstraße zu bekommen.

Die Empfehlung für die frühzeitige Beteiligung wurde einstimmig beschlossen.