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30. Mai 2012
Andrang übertraf die Erwartungen
Das Interesse an der denkmalgeschützten Umkircher Schlossmühle am Mühlentag war riesig.
UMKIRCH. Mit einem solchen Andrang hat niemand gerechnet: Beim 19. Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag in Umkirch waren zuerst die Würste ausverkauft, dann der Kuchen. Jede Stunde führte der Vizevorsitzende des Fördervereins Umkircher Mühle, Gustav Danzeisen, 30 bis 40 Interessierte durch das 250 Jahre alte Gebäude.
Seit 6 Uhr in der Früh war Danzeisen, der auch Bäckermeister ist, auf den Beinen, um den Teig für Brezeln zu bereiten. Die Mitglieder des Fördervereins hatten außerdem viele Kuchen gebacken und bewirteten die Besucherscharen. Auch ein Obstbrenner aus Wagenstadt war mit seinen Spezialitäten da.
Die Umkircher Schlossmühle ist eine Wassermühle mit einer imposanten Technik. Sie arbeitet mit zwei Mahlgängen, hat einen Aspirateur, der das Getreide reinigt, einen Trieur, der es von Unkrautsamen befreit und einen Plansichter, der Mehl, Grieß, Schrot und Dunst voneinander trennt. Die Mühle steht als Kulturdenkmal unter Schutz.
Die Umkircher Mühle ist eine sogenannte Rückschüttmühle und macht ordentlich Krach, wenn sie in Betrieb ist. Gustav Danzeisen musste bei den Führungen ziemlich gegen den Lärm anreden. Bei dem Lied vom Klappern der Mühle am rauschenden Bach gehe es übrigens um den Rüttelschuh. "Wenn das Mühlrad klappert, ist es kaputt", sagte Danzeisen. Der Rüttelschuh verteilt das Getreide gleichmäßig auf dem Mahlstein.
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Danzeisen ist von der Technik der Mühle immer noch begeistert. Auf kleinstem Raum werde hier das Mehl mittels komplizierter und ausgeklügelter Technik gemahlen, dabei rauf und runter transportiert. Riemen rattern über hölzerne Laufräder, große Zahnräder greifen auf kleinstem Raum präzise ineinander. Im weiteren Umkreis gebe es keine zweite solche Mühle.
Die Umkircher Schlossmühle beherbergt neben den beiden originalen Walzenstühlen aus den 1920er Jahren auch ein nachgebautes altes Mahlsystem mit Mahlstein, wie es bis um 1900 verwendet wurde. Es wird mit dem großen Wasserrad angetrieben. Früher sei die Mühle vom Wasser des Schauinslands gespeist worden, erst mit dem Wasserrad, dann mit einer Turbine angetrieben. Heute sei viel zu wenig Wasser im Mühlbach, weil am Dietenbach die Hälfte abgezweigt werde, erklärte Danzeisen.
Acht Mahldurchgänge seien früher nötig gewesen, um ein feines Mehl zu erhalten: "Getreide darf nicht aggressiv gemahlen werden, dann wird es zu heiß und der Kleber im Mehl wird zerstört. Das mögen die Bäcker nicht, weil dann das Brot nicht aufgeht", sagte er.
Die Mühle gehört der Gemeinde Umkirch und ist an den Förderverein Umkircher Mühle verpachtet. Der 57 Mitglieder zählende Verein hat viel Engagement in die Instandsetzung von Gebäude und Technik im Inneren investiert und pflegt die Mühle seitdem. Auch für den Bedarf an neuen Riemen, Öl und Lampen kommt der Verein selbst auf.
Autor: Kati Wortelkamp



