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18. August 2012

Angebote "jenseits von Gut und Böse"

Weil die Firmen viel mehr Geld verlangen für die Erschließung "Äußere Bruckmatt" als kalkuliert, wird Ausschreibung aufgehoben.

  1. Viel zu teuer: Im Moment ist an die Kanalisation beziehungsweise die teilweise Erneuerung der Trinkwasserleitung Richtung „Äußere Bruckmatt“ nicht zu denken. Foto: Markus Maier

KANDERN. Die seit Jahren bei der Stadt Kandern gehegten Pläne, im Bereich der "Bruckmatt" geordnete Verhältnisse zu schaffen, was deren Anbindung ans Straßennetz und an die Trinkwasserversorgung, vor allem aber an die Kanalisation angeht, haben einen Dämpfer bekommen. Denn schon der Anschluss der "Äußeren Bruckmatt" an das Abwassersystem der Stadt als Voraussetzung dafür, zu einem späteren Zeitpunkt auch die eigentliche "Bruckmatt"-Siedlung an Kandern anzubinden, verzögert sich. Der Grund: Die Firmen-Angebote für die Arbeiten sind viel teurer als die Kostenberechnung.

Der Gemeinderat hat daher in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung einstimmig beschlossen, die Ausschreibung aufzuheben. Die Arbeiten sollen im Dezember erneut öffentlich ausgeschrieben werden – in der Hoffnung, bessere Ergebnisse erzielen zu können.

Fakt ist, dass für die Kanalisation "Äußere Bruckmatt" mit Anschluss ans Kanderner Abwasserentsorgungssystem samt einer teilweisen Erneuerung der Trinkwasserleitung Richtung "Bruckmatt" man mit Kosten in Höhe von rund 350 000 Euro gerechnet hatte. Die Angebotssummen lagen indes – auch nach Prüfung durch die Verwaltung – zwischen 464 000 und knapp 605 000 Euro. Damit lag der Preis des günstigsten Bieters immer noch rund 31 Prozent über dem Kostenanschlag. Eine Differenz, die "jenseits von Gut und Böse" liegt, wie es Bürgermeister Bernhard Winterhalter im Gemeinderat formulierte. Die Erschließungsmaßnahme bezieht sich – vereinfacht gesagt – vor allem auf die beiden Gewerbebetriebe an der Straße Richtung Malsburg nordwestlich der "Bruckmatt"-Siedlung am rechten Ufer der Kander.

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Für den Anschluss des weiter talauf gelegenen Areals bis zum Farbenhersteller WDS ist eine gesonderte Erschließungsvereinbarung zwischen Stadt und Firma getroffen worden, nachdem das Unternehmen selbst für den Leitungsanschluss sorgen will. An dieser Strecke liegt auch das Gelände der Hundesportler.

Über die Hintergründe für die die gegenüber der seinerzeitigen vorläufigen Kostenberechnung deutlich höheren Angebotssummen wurde in der Ratsrunde spekuliert. Johann Albrecht (Freie Wähler) brachte es auf den Punkt, als er sagte, er werde das Gefühl nicht los, "da wollen sich einige die Taschen füllen".

Autor: Markus Maier