SC Freiburg

Anja Maike Hegenauer ist eine Identifikationsfigur beim SC

Eyüp Ertan

Von Eyüp Ertan

Fr, 12. Oktober 2018 um 14:56 Uhr

SC Freiburg

Seit 2009 im Verein, vergangene Saison bei allen Liga-Begegnungen auf dem Platz gestanden: Anja Maike Hegenauer gehört bei den Erstliga-Fußballerinnen des SC Freiburg zu den absoluten Stammkräften

Während einige ihrer Teamkolleginnen im Mercedes zum Training erscheinen, kommt Anja Maike Hegenauer mit dem Fahrrad zum Trainingsplatz am Schönbergstadion, "von der Uni", wie sie einige Momente später sagt. Die 25-jährige Mittelfeldspielerin vom SC Freiburg studiert an der Albert-Ludwig Universität Hydrologie und schreibt neben ihrem Dasein als Profifußballerinnen ihre Masterarbeit. Im März ist der Abgabetermin, "es liegt in meiner Verantwortung, dass ich alles unter einen Hut bekomme", sagt Hegenauer.

Seit 2009 ist Hegenauer bei den SC-Frauen, sie ist das Freiburger Urgestein im Team von Jens Scheuer. "Ich habe glaube ich den Moment zum Wechseln verpasst", erzählt sie. Wehmut schwingt keine mit, wenn sie von der Zeit um das Jahr 2012 erzählt, als sie vielleicht die Möglichkeit gehabt hätte, den Verein zu verlassen. Auch das Kapitel Nationalmannschaft ist für die Dauerbrennerin der vergangenen Saison keines von Relevanz; nach 19 Länderspielen für Juniorinnenauswahlen war für sie Schluss im Dress des DFB. "Der Sprung von den Jugend- zur A-Nationalmannschaft ist kein kleiner, er ist mit mehr Aufwand verbunden ist, für den ich dann irgendwann nicht mehr bereit war."

Mit dem Saisonauftakt der SC-Frauen ist die 25-Jährige zufrieden: "Nach dem schwierigen Spiel gegen Sand haben wir zwei bessere Spiele gezeigt, insbesondere auf die Leistung gegen Leverkusen können wir aufbauen", sagt sie. Gegen Duisburg hat der Sportclub noch eine kleine Rechnung offen, in der vergangenen Saison verloren die SC-Frauen auswärts bei den Zebras mit 1:2. "Die werden sicherlich wieder versuchen gut zu verteidigen und uns das Spiel überlassen", prognostiziert Hegenauer für das Spiel an diesem Sonntag (14 Uhr, Möslestadion).

"Man merkt, dass sich der Frauenfußball in den letzten Jahren verändert hat", sagt Hegenauer. "Insgesamt ist es professioneller geworden – bei manchen mehr, bei manchen weniger. Die Liga ist insgesamt stärker geworden. Heute kann jedes Team jeden schlagen", sagt sie, lachend mit einem Verweis auf eben jene Freiburger Niederlage in Duisburg in der vergangenen Spielzeit.

Diese Veränderungen haben aber auch dafür gesorgt, dass der Sportclub in der letzten Saison beispielsweise drei von vier Spielen gegen Wolfsburg und Bayern für sich entscheiden konnte, so Hegenauer.

"Ich wünsche mir, dass diese Spielzeit genau so viel Spaß macht, wie die vergangene Saison", sagt die gebürtige Ulmerin mit Blick auf das kommende Jahr. "Wir sind auf einem guten Weg, vielleicht schon ein bisschen weiter nach dem Umbruch, als gedacht", sagt Hegenauer auf das Mannschaftsgefüge angesprochen. In der vergangenen Saison stand die Mittelfeldallrounderin in jeder Ligabegegnung auf dem Platz; etwas, was sie in dieser Saison erneut schaffen möchte.