Anspruchsvolle Akustik gekonnt genutzt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. Dezember 2018

Badenweiler

Chor Temporal überzeugt mit "Chorkonzert für Genießer" in der gut besuchten katholischen Kirche St. Peter in Badenweiler.

BADENWEILER (BZ). Mit der katholischen Kirche St. Peter in Badenweiler hatte sich der Chor Temporal aus Müllheim vor kurzem eine besondere Bühne für sein "Chorkonzert für Genießer" ausgewählt. Mit dem Grundriss der Ellipse bot die Kirche aus den 60er Jahren eine anspruchsvolle Akustik, die der Chor unter seinem Dirigenten Thomas Wiedenhofer gekonnt zu nutzen wusste.

Mit dem Eröffnungsstück "Come in and Stay A While" des zeitgenössischen Komponisten Rhonda Polay ließ sich der ausgewogene Gesamtklang der Stimmen als Stärke des Chors Temporal ausmachen. Die große Zuhörerzahl in der fast voll besetzten Kirche erfreute sich an einer breiten Palette musikalischer Stilrichtungen von Jazz bis Klassik. Im African-American-Gospel "Go Down, Moses" war der Charakter vom Ruf Gottes an Moses herauszuhören.

Ganz anders klang die Einladung des Chors zum "Fly Me To the Moon" von Bart Howard: Die stimmliche Imitation einer Bigband wechselte sich ab mit einer gefühlvollen Liebesmelodie, die unter anderem durch Frank Sinatra bekannt wurde. Mit "Follow the Golden Sun" (Ruth Elaine Schram), "You raise me up" (Rolf Lovland und Brendan Graham) und "Fields of Gold" ( Sting) folgten drei moderne Chorstücke, mit gekonnt herausgearbeiteter Dynamik von piano bis fortissimo vorgetragen und von der Pianistin Sonja Hänig gefühlvoll begleitet.

Ein Abstecher in die Klassik mit Edward Elgars "They are at Rest" und in das Barock mit der eigens von einem estnischen Komponisten für den Chor Temporal arrangierten "Air" von Johann Sebastian Bach zeigten die Sängerinnen und Sänger das ganze Spektrum ihrer Stimmen von klaren hellen Soprantönen bis erdig tiefen Bässen.

Das fünfköpfige Jugendensemble des Chors überraschte im Zwischenteil mit "Some Nights" (N.Ruess, J. Antonoff), "Rama Lama Ding Dong" (Georg Jones) und "Seasons of Love" (Jonathan Larson). Die hervorragend ausgebildeten Stimmen füllten den Kirchenraum glockenklar und kräftig. Die Jugendgruppe zeigte auch mit dem letzten Beitrag "Dirait-on", der Vertonung eines Gedichts von Rainer Maria Rilke, ihr beachtliches musikalisches und stimmliches Talent und erntete begeisterten Applaus.

Die herbstliche Jahreszeit war im weiteren Auftritt des Chors Temporal präsent im berühmten "Autumn Leaves" von Joseph Kosma mit gekonnt interpretierten Windböen, die durch die bunten Blätter rauschen und in ein melancholisches Liebeslied münden. "Tuxedo Junction", aus der Feder von Erskine Hawkins, William Johnson und Julian Dash, folgte als fetziges Highlight im Bigbandsound, bei dem Rainer Philipp an der Mundharmonika begeisterte. Mit dem bekannten "Coconut Song" in einer äußerst witzigen Bearbeitung von Smokey Mountain zogen Dirigent, Chor und Solist Achim Hänig (Tenor) noch einmal alle Register ihres Könnens. Für den nicht enden wollenden Applaus bedankte sich der Temporal mit dem wunderschön dargebotenen Jazz-Standard "Over the Rainbow" als Zugabe.