Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
16. Januar 2009 17:39 Uhr
Evangelische Hochschule Freiburg
Antragsflut blockiert Hochschulverwaltung
Während derzeit an Universität, Pädagogischer Hochschule und Katholischer Fachhochschule ein Boykott gegen die Studiengebühren läuft, äußern nun auch Studierende der Evangelischen Hochschule (EH) ihren Unmut über die 500 Euro Semestergebühr. Dabei hatten sich im Dezember Hochschulleitung und Studierende auf eine neue sozialverträgliche Gebührenregelung geeinigt. Umso überraschter ist EH-Rektor Reiner Marquard darüber, dass mehr als 150 und somit weit mehr als ein Drittel der gebührenpflichtigen Studierenden einen Härtefallantrag gestellt haben. Normal seien drei bis vier Härtefallanträge im Wintersemester. Die Studierenden verstehen die Aktion als offene Form des Protests, aber auch als Ausdruck ihrer "prekären Lage": "Der Härtefallantrag bleibt für viele Studierende der letztmögliche Ausweg aus ihrer finanziellen Misslage", sagt EH-Erstsemestersprecher Sebastian Holle. Die Anträgen seien ernst gemeint und kein PR-Gag.
Die neue Gebührensatzung sieht vor, dass der Hochschule maximal 15 Prozent der Gebühren für Anträge auf Befreiung (etwa für Studierende mit Kind, werdende Mütter, Studierende mit zwei oder mehr gebührenpflichtigen Geschwistern) zur Verfügung stehen; ein geringer Teil davon wird laut Rektor Marquard für Studierende in sozialer Not verwendet. Bislang wurde jeder einzelne Antrag vom Verwaltungsdirektor geprüft. Nach der Satzungsreform, die das Kuratorium noch absegnen muss, soll ab März eine Kommission entscheiden, in der auch Studierende sitzen. Marquard ist empört über die Antragsflut, für die Verwaltung bedeute sie einen enormen Arbeitsaufwand: "Das ist eine erheblichen Blockade. Wir müssen ja erst einmal davon ausgehen, dass jeder Antrag seriös ist." Die Aktion sei töricht und diskreditiere die gute Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Studierenden; die Härtefallregelung werde instrumentalisiert. Martin Sprenz vom Arbeitskreis Studiengebühren kündigt derweil an: "Wir werden uns mit den Reformen nicht zufrieden geben."
Werbung
Autor: fz
