Ringsheim/Ettenheim/Rust

Arbeiten für dritten Tiefbrunnen laufen

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Mi, 03. Januar 2018 um 18:39 Uhr

Ringsheim

Der Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau Ringsheim/Ettenheim baut einen dritten Tiefbrunnen. Darüber wurde am Mittwoch in Ringsheim informiert.

Bei einer Pressekonferenz des Wasserversorgungsverbands Südliche Ortenau Ringsheim/Ettenheim am Mittwoch im Rathaus Ringsheim haben der Vorsitzende, Bürgermeister Pascal Weber (Ringsheim), und sein Stellvertreter, Bruno Metz (Ettenheim), über den Projektstand des dritten Tiefbrunnens auf den Elzwiesen informiert. Auch der Ruster Bürgermeister Kai-Achim Klare vom Nachbarwasserverband Rust/ Kappel-Grafenhausen nahm teil. Trinkwasserversorgung für die Raumschaft könne nur im Einvernehmen beider Verbände gelingen, so die Bürgermeister.

Beide Wasserverbände fördern derzeit aus drei Tiefbrunnen – zwei gehören zum Verband Südliche Ortenau – rund 1,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr für die Gemeinden Ettenheim, Ringsheim, Rust, Kappel-Grafenhausen und Mahlberg. Nach Berechnungen des Ingenieurbüros Zink wird der Bedarf bis 2030 auf rund zwei Millionen steigen. Allein der Europa-Park wird eine halbe Million Kubikmeter benötigen.

1,2 Millionen Euro in zwölf Jahren investiert

Seit einigen Jahren steht die Planung des dritten Tiefbrunnens auf den Elzwiesen im Naturschutzgebiet auf der Agenda. In den vergangenen zwölf Jahren wurden rund 1,2 Millionen Euro investiert. Doch erst zum Jahresbeginn rollen nun Bagger an, um vom Erkundungsbrunnen Leitungen unter der Elz zum Pumpwerk Tiefbrunnen Nord-West zu verlegen. Kosten: 600 000 Euro. Der Bau basiere auf einer Sondergenehmigung, weil zuvor Ersatzmaßnahmen für die wegfallende Elzwiesenwässerung getroffen werden müssten. Auf einen geplanten Tiefbehälter wolle man verzichten. Beabsichtigt sei, aus dem neuen Brunnen Trinkwasser in vier vorhandene Behälter zu pumpen. So werde auch kein zusätzliches Notstromaggregat benötigt.

Bei der Verbandssitzung am 15. Januar soll der Beginn der Ersatzwiesenwässerung beschlossen werden, so Weber. Mit der Genehmigung des dritten Tiefbrunnens entfallen wegen Schutzzonen 23,3 Hektar Wiesenwässerungsfläche. In einem ehemaligen Wässerungsgebiet westlich von Herbolzheim werden 16,8 Hektar als Ausgleichsfläche reaktiviert. Die fehlenden 6,5 Hektar werden durch den Teilrückbau der ehemaligen Verbindungsstraße Ringsheim/Rheinhausen kompensiert. Die Maßnahmen zum Bau der Ersatzwiesenwässerung kosten 300 000 Euro. Die Herstellung der Wiesenwässerungsfläche müsse am 28. Februar vor der Vegetationsphase abgeschlossen sein, sonst drohe ein Jahr Stillstand. Die Wässerung müsse zudem eineinhalb Jahre in Betrieb sein, bevor Trinkwasser geschöpft werden dürfe, so Metz weiter.

Das weitergehende Ziel sei der Zusammenschluss der Verbände. "Wir stehen voll und ganz hinter dem Projekt", betonte Bürgermeister Kai-Achim Klare.